Purcell: King Arthur
Aus Werbezwecken formuliert es das Koblenzer Theater ein bisschen brüsk: Im Internet firmiert «King Arthur» dort salopp als ältestes Musical überhaupt. Das ist – so zeigt die Inszenierung von Intendantin Annegret Ritzel zum Saisonauftakt – keineswegs als Beleidigung des Stückes gemeint: Gemeint ist vielmehr das Zusammenspiel aller Sparten des kleinen Theaters am Zusammenfluss von Mosel und Rhein.
Für diesen großen Auflauf hat Regisseurin Ritzel den Fundus der letzten Jahre umfassend geplündert (Kostüme: Gera Graf), und auf der Bühne fällt zusammen, was nicht zusammen gehört: «Aida» und «Nabucco» glaubt man mit Sicherheit wiederzuerkennen. Das Mysterienspiel ist auf eine Idee komprimiert: Krieg war und ist immer und überall. Diese Idee hält nicht allzu lange vor: Die Projektion von Bomberinvasionen auf einen Betonbunker wirkt im Zusammenspiel mit den knallbunten Kostümorgien ermüdend. Doch die Einbindung von Schauspielern – stark Madeleine Nische als blinde Emmeline – und die beachtliche Leistung aus dem Graben halten den langen Abend gut zusammen. Normalerweise spielt im kaum fünfhundert Zuschauer fassenden klassizistischen Theater in Koblenz die Rheinische Philharmonie – für King ...
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Gleich am ersten Abend gibt es ein farbiges, lebendiges Kontrastprogramm: Nach dem «Don Quixote» von Richard Strauss, einigen abenteuerlich ineinanderfließenden Szenen aus dem «Rosenkavalier», mit dem die Finnische Nationaloper Helsinki in der Turun Konsert-titalo gastiert (Ritva-Liisa Korhonen singt die Marschallin, Lilli Paasikivi ist Oktavian, und Tiina...
Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
Onegin trägt seine Sinnsuche in den Zuschauerraum, auf einen um den Orchestergraben gelegten Laufsteg. Sechsundzwanzig sei er, singt er gegen die Säule einer Parterreloge gelehnt, und das Nichtstun kotze ihn an. Ein Besucher in jener Loge fühlt sich angesprochen und zieht sich zurück ins Dunkel. Unangenehm betroffen. Nicht Onegins Schicksals wegen, sondern weil er...
