Idiomatisch
Die meisten Opern handeln bekanntlich von der Liebe. In Benjamin Brittens «A Midsummer Night’s Dream» jedoch ist diese Liebe verzerrt, in Béla Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» sogar sadomasochistischer Natur. Wie auch immer: Die Rückkehr zu Live-Aufführungen in Australien – beim Adelaide Festival und am Opernhaus von Sidney – geriet zu einer hochgradig emotionalen Erfahrung. Allerdings auf verschiedene Art und Weise.
Im «Blaubart» spielte das Orchester, wohl auch des kleinen Grabens in Sydney wegen, in stark reduzierter Besetzung und klang so doch recht monochrom, ja beinahe «schwarz-weiß»; die kräftigen Farben der Originalpartitur vermisste man schmerzlich. Unter Andrea Molinos aufmerksamer Leitung überzeugten lediglich die zart-lyrischen Passagen. Weil auch Regisseur Andy Morton der Handlung nichts weiter hinzuzufügen wusste als überflüssige Aktionen, oblag es den Sängern, für einige glanzvolle Momente zu sorgen. Was sie denn auch taten: Daniel Sumegi in der Titelpartie und Carmen Topciu als Judith waren schlichtweg grandios.
Ein etwas anderes Bild in Adelaide: Neil Armfield zählt gewiss nicht zu den Regisseuren, die verzweifelt nach einem «Konzept» suchen. Seine ...
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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von John Carmody
Herr Schmidt, wie verläuft aktuell der Unterricht?
Wir sind in der glücklichen Lage, wieder Präsenzunterricht anbieten zu dürfen. Im März 2020 mussten wir ja in den totalen Lockdown, da wurde die Hochschule geschlossen. Wir haben damals mit den Studierenden kommuniziert, um Möglichkeiten und Wege zu finden, wie wir mit dieser Situation umgehen können. Eine digitale...
Angefangen hat es mit einem Schauspieler und mit «Blaubart». Nein, nicht dem berühmten von Bartók, sondern dem zu Unrecht vernachlässigten aus Offenbachs Feder. Michael Quast hatte ihn für sich selbst und einen Pianisten bearbeitet, und er beeindruckte damit nicht nur Publikum und Presse, sondern auch die Frau, «die alles kann, außer langweilen» – so die...
Sollen wir? Oder doch nicht? Erst ein Weilchen warten, bis die Situation günstiger ist und das wichtige Anliegen nicht von bedenklichen Inzidenzwerten weggefegt wird? Es hat lange gedauert, bis die Initiative «Aufstehen für die Kunst» bei den Gerichten vorstellig wurde. Genau genommen vom Nikolaustag des vergangenen bis Ende März dieses Jahres. Doch dann schlug man...
