Ein Fall von Freiheitsberaubung

Der Widerstand gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern wächst. Nun hat die Initiative «Aufstehen für die Kunst» gleich zwei Klagen eingereicht

Opernwelt - Logo

Sollen wir? Oder doch nicht? Erst ein Weilchen warten, bis die Situation günstiger ist und das wichtige Anliegen nicht von bedenklichen Inzidenzwerten weggefegt wird? Es hat lange gedauert, bis die Initiative «Aufstehen für die Kunst» bei den Gerichten vorstellig wurde. Genau genommen vom Nikolaustag des vergangenen bis Ende März dieses Jahres. Doch dann schlug man gleich doppelt zu, mit einer Popularklage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof und mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof des Freistaats.

Die Essenz beider Klagen ist bekannt und bestimmt die Lockdown-Debatte seit Monaten: Theater und Konzertsäle müssten öffnen – weil die jeweiligen Hygienekonzepte Ansteckungen fast unmöglich machten und weil nicht nur die Kunstfreiheit, sondern gleichzeitig die Kunstausübungsfreiheit verletzt werde.

Es ist die prominenteste Initiative im deutschsprachigen Raum. Den Nukleus bilden die Tenöre Wolfgang Ablinger-Sperrhacke und Kevin Conners, Bariton Christian Gerhaher sowie der Dirigent und Organist Hansjörg Albrecht, Chef des Münchener Bach-Chores. Die Liste der Unterstützerinnen und Unterstützer umfasst weit über 300 Namen und ist das Who’s who der Szene, von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Mein Sehnen, mein Wähnen: Corona Spezial, Seite 10
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Keine Angst vor geschlossenen Räumen

In den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts haben Rück- und Seitenlichtkonzepte, die im Bühnenbild teilweise absurde Einschnitte («Lichtschießscharten») erforderten, eigentlich geschlossene Raumkonzepte torpediert. Seither habe ich mir angewöhnt, einen «gedeckelten» Raum so zu akzeptieren, wie er vielleicht gemeint ist. Dabei habe ich mich, wie ich...

Aus allen Sternen in die Einsamkeit

«Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten.» So heißt es in Rilkes «Herbstgedicht». Der Mann, der sich auf dem Cover des Albums «The Path of Life» an einem überlebensgroßen, hinabfallenden Blatte festhält, als sei’s ein Fallschirm beim Sprung aus solchen Himmeln, ist der marokkanische Fotokünstler Achraf Baznani, der mit...

Einfach himmlisch

Würde man zum Pathos neigen, könnte man sagen: Monteverdi war ihr Schicksal. Bei Lichte betrachtet taugte dieser Komponist aber vor allem als Bindeglied zwischen zwei Künstlern, die sich nicht erst seit gestern der enigmatischen Aura seiner Musik verschrieben haben. Erstmals vor zehn Jahren kamen Sonya Yoncheva und Leonardo García Alarcón für ein Monteverdi-Projekt...