Junge und alte Garde
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen.
Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James King in seinen besten Zeiten klang, aber auch daran, dass die «Szenen» aus «Tristan und Isolde» zwar große zeitliche Ausdehnung aufweisen, aber doch seltsam beschnitten sind: «Dünkt dich das?» beginnt die Einspielung von anderthalb Fiebervisionen Tristans unvermittelt – unter späterer Ausklammerung einer relativ kurzen Sequenz von Kurwenal, der mit der Stimme von Martin Bruns ansonsten durchaus präsent ist. Warum also dieser unnötige, sinnentstellende Schnitt und warum das abrupte, nachgerade verkitschte Ende bei «Ach, Isolde, wie schön du bist!»
Organischer klingt das halbstündige Duett des zweiten Akts (trotz des oft üblichen gravierenden Strichs) mit einer erstaunlich schlank und – auch dank der Aufnahmetechnik – zurückhaltend klingenden Linda Watson, selbst wenn man Brangänes Einwürfe vermisst und die Szene bei ...
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Nicht gerade mit überschäumender Emsigkeit, doch im einzelnen Fall mit großem Engagement beschäftigen sich die Opernhäuser mit den Bühnenwerken Franz Schuberts. Seit der denkwürdigen «Fierrabras»-Aufführung 1988 am Theater an der Wien, in Ruth Berghaus‘ Inszenierung, von Claudio Abbado dirigiert, haben mehrere Operntheater sich des Werkes angenommen, etwa Zürich...
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Drei Jahrzehnte ist es nun her, dass Hans Werner Henze das «Cantiere Internazionale d’Arte» ins Leben rief. Im Sommer 1976 fanden die ersten Veranstaltungen in Montepulciano statt. Damals waren Riccardo Chailly und Volker Schlöndorff zu Gast. Ferner bemühte man sich intensiv um die «Volksbildung». Der Geiger Jesse Hawkins spielte Bach-Partitas für Bauarbeiter, und...
