Ich sing’ jetzt ein Lied über gar nichts
Als «Opernwelt» und «Theater heute» ihren 50. Geburtstag feierten, erklärte die Kölner Intendantin Karin Beier, dass Theater alles bewirken solle: das Ende des Konflikts in Afghanistan, die Verflüchtigung des Ölteppichs im Golf von Mexiko, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit... Ihr Sarkasmus über falsche Erwartungen gab das Stichwort. In der Neuköllner Oper ironisierten Matthias Rebstock, Tilman Rammstedt und der Komponist Michael Emanuel Bauer – «Brachland. Geschichten vom Nichts».
Thema: was unsere Großstadtgesellschaft so an Erwartungen umtreibt, eingeschlossen die Vorstellungen, die ein gewisser Jargon der Eigentlichkeit vom Musiktheater hat: Es muss Stil und Handlung haben, «soziale Relevanz» besitzen, was immer das heißt, darf «elitär» nur verhohlenermaßen sein, soll verständliche Inhalte darbieten, über die sich Kluges sagen lässt.
Zu unserer Freude lässt sich über «Brachland» viel Kluges sagen. Damit ist die Erfüllung der Erwartungen auch schon zu Ende. Neunzig Minuten im Grenzbereich zwischen Musik, absurder Literatur, Pantomime, Tanz, Körperkunst, Video, Kabarett – randvoll mit Ideen. Die Urheber haben mit dem achtköpfigen, virtuosen und vielseitigen Frauenensemble ...
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