«Ich bin kein Opernfan»

Der polnische Bariton Mariusz Kwiecien ist der derzeit gefragteste Don Giovanni. Ein Sänger, der sich nicht nur über Rollen Gedanken macht, sondern auch über das Leben.

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Herr Kwiecien, niemand hat Don Giovanni in den letzten Jahren an so vielen Opernhäusern gesungen wie Sie. Wissen Sie, wie oft?
Annähernd hundertmal, in rund zwanzig verschiedenen Produktionen. Will sagen: Der Don Giovanni ist nichts Neues mehr für mich.

Das klingt nach Routine.
Nun ja, wenn ich diese Partie in Paris, Bilbao oder München singe, mache ich zunächst mal nur meinen Job, den Don Giovanni-Job. Den Unterschied bilden die verschiedenen Inszenierungen.

Ich liebe es, wenn eine «Don Giovanni»-Produktion über die Maßen logisch ist und wenn da etwas Neues ist, das ich lernen kann. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass sie modern sein muss, das geht auch in einer traditionellen Arbeit. Aber es muss gut erklärt sein. Dann ist es fantastisch. Die schlechtesten Produktionen sind immer die, die mir nichts zurückgeben. Wenn ich nur wiederholen muss, was ich schon unzählige Male zuvor getan habe: Bewegungen, Gesten, Gänge.

Wie lange werden Sie noch Frauen verführen und deren Väter töten?
Ich denke, sechs, sieben Jahre werde ich diese Partie noch singen. Dann ist es genug. Das Schöne an unserer Tätigkeit ist ja gerade, dass wir uns vorwärts bewegen und ständig verändern dürfen auf der ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Interview, Seite 30
von Jürgen Otten

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