Hundertfünfundzwanzig und tausend Jahre
Wenn zum Jubiläum eines Orchesters vier voneinander unabhängige Buchpublikationen auf den Markt kommen, muss es sich um einen besonderen Klangkörper handeln. Quod erat demonstrandum, sind es doch die Berliner Philharmoniker, die auf eine hundertfünfundzwanzigjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Viel mehr als ihren Anlass haben die Bücher allerdings kaum gemeinsam: Einem Bildband und einer Überblicksdarstellung stehen eine Detailuntersuchung und eine Gesamtdarstellung gegenüber.
Erstaunlicherweise stammt das schwächste Buch von dem erfahrensten Autor: Der Fotograf Dieter Blum hat das Orchester noch unter Herbert von Karajan verewigt und neuere Tournee-Schnappschüsse jetzt für ein coffeetable book arrangiert. Zu genau sollte man in dieser wahllosen Sammlung nicht blättern: Widrigenfalls entdeckt man etwa den Wiener Musikverein als «Festspielhaus» und die Wiener als Berliner Philharmoniker (so verwechselt sie Wolfgang Schäuble in seinem Gastbeitrag «Klassisches Glück in Berlin»).
Unter seinen Möglichkeiten bleibt auch Herbert Haffner, der nach einem kundigen Furtwängler-Porträt nun laut Untertitel «eine Biografie» der Berliner Philharmoniker vorlegt. Ohne Einleitung und ...
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