Humperdincks «Hänsel und Gretel» in Dresden
Die «Hänsel und Gretel»-Inszenierung von Katharina Thalbach war zunächst als zuckersüßes Vorweihnachtsvergnügen angelegt. Die fantasievoll-üppigen Bilder Ezio Toffuluttis boten einen veritablen Augenschmaus, den man harmlos nennen kann, der das Opernerlebnis aber durchaus intensivierte.
Überzeugend geriet dann jedoch die Balance zwischen dieser gefälligen Seite und jenen Momenten, in denen das Stück unter der Oberfläche sogar existenzielle Töne anklingen lässt: In die beschauliche Hexenhäuschenwelt wurden verstörende Andeutungen anderer, bedrohlicherer Märchenstoffe integriert. Stark schon der Beginn, als die Ouvertüre mit kunstvollen Schattenspielen (Lichtregie: Jan Seeger) in ein suggestives Licht gehüllt wurde. Höhepunkt war der Auftritt von Iris Vermillion, die als Hexe voller Esprit zwischen attraktiver Zicke und bizarrer Verführerin oszillierte und dabei auch noch grandios facettenreich sang (Foto). Die anderen wichtigen Gesangspartien waren solide (Anna Gabler und Antigone Papoulkas in den Titelrollen) bis gut (Irmgard Vilsmaier und Hans-Joachim Ketelsen als Eltern) besetzt. Die von Michael Hofstetter geleitete Staatskapelle hinterließ dagegen am Premierenabend einen ...
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