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Erl | Tiroler Festspiele | Wagner: Tannhäuser

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Auch die Tiroler Festspiele in Erl haben in diesem Jahr mit «Tannhäuser» eröffnet – selbstbewusster Fingerzeig Richtung Bayreuth? Vielleicht nur Koinzidenz ohne Hintergedanken, trotzdem eine verblüffende Parallele. Natürlich hinkt der Vergleich, in vielerlei Hinsicht. Zum einen ist das Passionsspielhaus in Erl schon von der Klangarchitektur ein kompletter Gegenentwurf zum Bayreuther Festspielhaus. Auf dem Grünen Hügel liegt der Orchestergraben unsichtbar unter der Bühne, in Erl sitzt das üppig besetzte Orchester auf der Bühne.

Den frühen Werken Wagners, die noch nicht für den mystischen Abgrund geschrieben wurden, tut das gut: Direktheit und Brillanz des Klangs in der hervorragenden Erler Akustik gehören zu den Vorzügen des Festivals. In «Tannhäuser» punktet auch der gut studierte Chor. Anderseits wäre es vermessen, das jung besetzte Projekt-Orchester an jenem in Bayreuth zu messen, obwohl es unter den Händen Gustav Kuhns eine leidenschaftliche Leistung zeigt. Diesen Klangkörper Jahr für Jahr neu aufzustellen, um Wagner zu spielen (in diesem Jahr noch «Meistersinger» und «Parsifal») – das ist schon eine beachtliche Aufgabe. Kuhn, Spiritus Rector der Festspiele seit 1998, stemmt sie ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 66
von

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