Hohe Kunst in der guten Stube

Ein Besuch bei der Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems

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Die schindelgedeckten Gasthäuser am Dorfplatz heißen «Krone» und grammatikalisch etwas kühn «Hirschen», das Altarbild in der Dorfkirche stammt von Angelika Kauffmann, die in Schwarzenberg einige Jugendjahre verbrachte. Nach der Malerin ist auch der Saal benannt, in dem die Schubertiade allsommerlich zwei Spielperioden veranstaltet. Umgebaut zuletzt 2001, mit Tannen- und Buchenholz der Region, zeigt er die Architektur, für die der Bregenzerwald überregional bekannt ist: eine aufs Wesentliche reduzierte, aber warme Moderne, die sich traditionsbewusst mit der Landschaft verbindet.

Der Blick durch die Fenster fällt auf satte Weiden und bewaldete Berge, die Akustik ist ebenso phänomenal wie die Aussicht. 

An einem schönen Nachmittag im August lässt Andrè Schuen nicht viel Raum, Blicke schweifen zu lassen. Zu konsequent führt sein Liedrecital zum Themenfeld «Tod», genauer: zum Tod junger Menschen, ein zentrales Sujet für Franz Schubert. Über «Der Jüngling und der Tod» und den «Erlkönig» spinnen der Bariton und sein Pianist Daniel Heide den Faden subtil, aber unerbittlich zu Mahlers «Kindertotenliedern». Weiter zu Liedern Korngolds, der für sein jugendliches Komponistenalter ebenfalls ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Michael Stallknecht

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