Unterhaltsam

Dean: Hamlet
Köln | Oper | Staatenhaus

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Der Monolog aller Monologe, er kommt schon kurz nach Beginn – nicht wie bei Shakespeare erst im dritten Akt. Als wollte Brett Dean die größte Herausforderung gleich am Anfang in Angriff nehmen. Ein Befreiungsschlag? Nun ja. Was Hamlet da murmelt, ist allenfalls ein verstümmelter Monolog, mehr lakonische Feststellung als Frage: « ... or not to be». Als müsse er zur Sprache erst finden. Was auf ähnliche Weise auch für das Gürzenich-Orchester gilt.

Die Streicher spielen am Steg, glissando, die Bläser kreieren Luftgeräusche, aus denen sich Vierteltöne herausschälen: die Geburt der Musik aus dem Geist der Tragödie.

Und aus was für einer. Der Australier Dean, früher Bratschist bei den Berliner Philharmonikern, hat keine Scheu, ausgerechnet die wohl berühmteste Tragödie der Weltliteratur zu einer Oper zu machen. Obwohl – oder gerade weil? – er sich bisher in nahezu prophetischer Manier sehr aktuellen Stoffen gewidmet hat: Ökologie («Pastoral Symphony», 2001), Flüchtlinge («Eclipse», 2010), die hemmungslose Profitgier der Werbebranche im blühenden Kapitalismus («Bliss», seine erste Oper). Die Uraufführung von «Hamlet» war 2017 in Glyndebourne, im Rennen um die deutsche Erstaufführung ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Udo Badelt

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