Hoffen und Zagen
Während sich in den letzten zwei Monaten des vergangenen Jahres das ganze Ausmaß der globalen Finanzkrise immer klarer abzeichnete, feierte die Metropolitan Opera in New York gerade ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum – mit voller Kraft. Freilich dürfte es angesichts der düsteren wirtschaftlichen Realitäten schwierig werden, die hohen künstlerischen Standards zu halten. Glücklicherweise ist das Haus durch die von Met-Intendant Peter Gelb initiierten PR-Kampagnen wieder fest in der Medienöffentlichkeit verankert.
Der Eindruck, dass an der Met aufregende Dinge passieren, dass auch Glanz und Glamour nicht zu kurz kommen, ist allgegenwärtig.
Die auf Beverly Sills zurückgehende Idee, Peter Gelb als General Manager zu berufen, war brillant – nicht nur in Hinblick auf die New York Times. Sein Vater und seine Mutter hatten in führenden Positionen bei Amerikas wichtigster Tageszeitung gearbeitet. Bis heute ist das Blatt für die Meinungsbildung der meisten (noch nicht aufs Internet umgestiegenen) New Yorker Bildungsbürger die einzige Quelle. Und die NYT berichtete über die von Peter Gelb verantworteten Aktionen und Produktionen fast durchweg positiv – manchmal sogar in Form sprühender ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Haltbarkeit europäischer Kunst ist schon erstaunlich. Kurz nachdem der englische Freibeuter William Dampier 1688 seine Eindrücke von der Entdeckung Neuhollands (im Nordwesten des fünften Kontinents) niederschrieb, wurde in der Pariser Jesuitenschule Collège de Louis le Grand Charpentiers tragédie biblique «David et Jonathas» uraufgeführt. Dreihundertzwanzig...
In zwei Jahren feiert der «Rosenkavalier» seinen hundertsten Geburtstag. So langsam wird klar, welch bitterböses, ironisch-pessimistisches Stück uns Hofmannsthal und Strauss mit dieser Komödie hinterlassen haben. Wenn am Ende der Vorhang fällt, hat nicht nur der derbe Baron Ochs eine schmerzhafte Abreibung erhalten – auch die Marschallin, die sich die Zeit mit...
Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Musikdirektors Richard Hickox erreichte die Zentrale von Opera Australia (OA) in einer denkbar turbulenten Phase. Seit Wochen müssen sich Generaldirektor Adrian Colette und der OA-Vorstand unangenehme Fragen gefallen lassen. Der Unmut über die Leitung der Company, die seit 1996 neben dem weltberühmten Opernhaus in Sydney das...
