Hoffen und Zagen

Die Met feiert ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum mit Renée Fleming als Thaïs, Angela Gheorghiu und Roberto Alagna in «La Rondine» und mit Daniel Barenboim als «Tristan»-Dirigent

Opernwelt - Logo

Während sich in den letzten zwei Monaten des vergangenen Jahres das ganze Ausmaß der globalen Finanzkrise immer klarer abzeichnete, feierte die Metropolitan Opera in New York gerade ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum – mit voller Kraft. Freilich dürfte es angesichts der düsteren wirtschaftlichen Realitäten schwierig werden, die hohen künstlerischen Standards zu halten. Glücklicherweise ist das Haus durch die von Met-Intendant Peter Gelb initiierten PR-Kampagnen wieder fest in der Medienöffentlichkeit verankert.

Der Eindruck, dass an der Met aufregende Dinge passieren, dass auch Glanz und Glamour nicht zu kurz kommen, ist allgegenwärtig.

Die auf Beverly Sills zurückgehende Idee, Peter Gelb als General Manager zu berufen, war brillant – nicht nur in Hinblick auf die New York Times. Sein Vater und seine Mutter hatten in führenden Positionen bei Amerikas wichtigster Tageszeitung gearbeitet. Bis heute ist das Blatt für die Meinungsbildung der meisten (noch nicht aufs Internet umgestiegenen) New Yorker Bildungsbürger die einzige Quelle. Und die NYT berichtete über die von Peter Gelb verantworteten Aktionen und Produktionen fast durchweg positiv – manchmal sogar in Form sprühender ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von David Shengold

Vergriffen
Weitere Beiträge
Szenische Kälte, musikalische Glut

Im Jahr 2007 ließ das Theater Regensburg mit einer fulminanten Produktion von Alban Bergs «Lulu» aufhorchen. Nun folgte, ein Abschiedsgeschenk von und für Generalmusikdirektor Raoul Grüneis, der «Wozzeck». Regie führte Ballettchef Olaf Schmidt, und er animierte mit tänzerischen Ausdrucksmitteln weitere inhaltliche Dimensionen des formal extrem durchgebildeten...

Unter Wert verkauft

Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco...

Plädoyers für die Landessprache

In einer Zeit, in der jedes deutsche Provinztheater «Jenufa» auf Tschechisch und «Eugen Onegin» auf Russisch spielt, wobei die Sänger, die sich ihren Text phonetisch eingehämmert haben, nicht verstehen, was sie singen (und das Publikum erst recht nicht), ist die Renaissance der Rundfunkaufnahmen aus der Zeit des Wirtschaftswunders ein heilsames Korrektiv. Statt der...