Hoffen und Zagen
Während sich in den letzten zwei Monaten des vergangenen Jahres das ganze Ausmaß der globalen Finanzkrise immer klarer abzeichnete, feierte die Metropolitan Opera in New York gerade ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum – mit voller Kraft. Freilich dürfte es angesichts der düsteren wirtschaftlichen Realitäten schwierig werden, die hohen künstlerischen Standards zu halten. Glücklicherweise ist das Haus durch die von Met-Intendant Peter Gelb initiierten PR-Kampagnen wieder fest in der Medienöffentlichkeit verankert.
Der Eindruck, dass an der Met aufregende Dinge passieren, dass auch Glanz und Glamour nicht zu kurz kommen, ist allgegenwärtig.
Die auf Beverly Sills zurückgehende Idee, Peter Gelb als General Manager zu berufen, war brillant – nicht nur in Hinblick auf die New York Times. Sein Vater und seine Mutter hatten in führenden Positionen bei Amerikas wichtigster Tageszeitung gearbeitet. Bis heute ist das Blatt für die Meinungsbildung der meisten (noch nicht aufs Internet umgestiegenen) New Yorker Bildungsbürger die einzige Quelle. Und die NYT berichtete über die von Peter Gelb verantworteten Aktionen und Produktionen fast durchweg positiv – manchmal sogar in Form sprühender ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco...
Als Giuseppe Verdi in den Jahren 1880-1881 über die Möglichkeit einer Neufassung seines mehr als zwanzig Jahre alten Melodrammas «Simon Boccanegra» nachdachte, entschloss er sich zu einer Reihe von «cambiamenti radicali», tief greifenden Änderungen. Gemeinsam mit Arrigo Boito machte er sich an eine grundlegende Überarbeitung des Werks, bei der vieles von der...
Im 19. Jahrhundert musste man die Legende der Genoveva niemandem lang erklären. Die Geschichte jener Frau, die von einem zurückgewiesenen Verehrer fälschlich der Untreue bezichtigt und vom vermeintlich betrogenen Ehemann zum Tode verurteilt wird, gehörte zum literarischen Gemeingut des Biedermeier und der Romantik. Ludwig Tieck hatte den Stoff 1800 zu einem...
