Zur Liebe verdammt
Ein magischer Ort. Richard Wagner beschreibt ihn in seiner Autobiografie «Mein Leben» eher unverfänglich: «Wir waren uns jetzt durch die unmittelbare, eigentlich ländliche Nachbarschaft so nah gerückt, dass eine starke Vermehrung der Beziehungen bloß durch die einfache tägliche Berührung nicht ausbleiben konnte.
» Sic! Wer sich heute in Zürich auf die Suche nach jener berühmten Villa Wesendonck begibt, die Wagner eben nicht nur politisches Asyl, sondern vor allem Brutstätte einer großen Liebe und eines daraus resultierenden, noch bedeutenderen Kunstwerks war, braucht etwas detektivischen Spürsinn. Leichter zu finden ist sie unter dem Namen Museum Rietberg – dem «einzigen Museum für außereuropäische Kunst in der Schweiz» (Selbstdarstellung). Die 2007 durch einen transparenten, großzügigen Erweiterungsbau ergänzte Kopie der Villa Albani in Rom ist für Wagner-Freunde so etwas wie ein Katalysator. Um sie herum ranken sich Wagners leidenschaftliche Affäre mit der Bankiersgattin Mathilde Wesendonck und die Vertonung von fünf Gedichten aus deren Feder, die unter dem Titel «Wesendonck-Lieder» eine Schlüsselstelle in Wagners Schaffen einnehmen: Sind sie doch als musikalische Vorstudien zu ...
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Im Jahr 2007 ließ das Theater Regensburg mit einer fulminanten Produktion von Alban Bergs «Lulu» aufhorchen. Nun folgte, ein Abschiedsgeschenk von und für Generalmusikdirektor Raoul Grüneis, der «Wozzeck». Regie führte Ballettchef Olaf Schmidt, und er animierte mit tänzerischen Ausdrucksmitteln weitere inhaltliche Dimensionen des formal extrem durchgebildeten...
Manchmal muss eben der Brandschutz ein Machtwort sprechen, damit sich etwas bewegt. Im Wuppertaler Opernhaus wäre wohl bis heute alles beim Alten, wenn die Feuerexperten nicht eines Tages die Schließung des maroden Gebäudes angedroht hätten. Erst dann rang sich die hoch verschuldete Stadt am Rande des Bergischen Landes durch, den Bau aus den fünfziger Jahren...
Der Künstler, schrieb Albert Camus 1942, sei der absurde Mensch par excellence. Obwohl er weiß, dass seine Schöpfungsakte die Unvernunft der Welt nicht ändern, dass seine Werke nur Bilder liefern können von einem Leben, das keinen festen Grund mehr kennt, macht er weiter. Er pfeift auf Gott, bietet dem flatterhaften, grausam kalten Schicksal lächelnd die Stirn,...
