Höllenpolka
In der Hölle ist alles ganz anders. Die Tuba, sonst eher für klangliche Grundierung zuständig, rückt zum Melodieinstrument auf, wenn man denn ihre bizarre Tonfolge als solche hören will. Die Streicher, sonst eher für melodischen Schmelz zuständig, wispern irisierend. Ein Klanggespinst ohne Mitte, in dem sich Akkorde verschieben, bevor man sie überhaupt wahrgenommen hat. Subkutan trübt sich Dur zu Moll, und die Ohren kommen nicht daran vorbei: Sonne gibt es in der Hölle keine.
Dvorák war ein reifer Meister, als er diesen musikalischen Gang in die Hölle wagte.
Der Teufel, der uns davon erzählt, heißt Marbuel und tanzt auf Erden mit der biestigen Käthe, die sonst niemand so richtig haben will. Sie folgt ihm prompt. Dass es dann nicht, wie versprochen, ein «Schloss» ist, wohin der Weg führt, sondern eben die Hölle, nimmt sie ihm übel. Schon unterwegs macht sie dem armen Teufel zu schaffen, und seine Kollegen stimmen ihm zu: Nichts wie zurück auf die Erde mit der Käthe. Dafür sorgt dann ein gewiefter Schäfer, der die Käthe zwar nicht richtig liebt, aber doch so sympathisch findet, dass er sie retten will vor ewigem Verderben. Schließlich muss auch der Tenor was zu tun haben. Ganz ...
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Im zwölften Jahr seines Bestehens widmet sich das in Madrid gegründete, 1999 nach A Coruña im äußersten Nordwesten Spaniens verpflanzte Mozart-Festival dem Werk des britischen Regisseurs Graham Vick. Intendant Paolo Pinamonti, zuvor am Fenice und in Lissabon tätig, möchte das Festival öffnen. Mozart soll einen Themen-Schwerpunkt neben anderen bilden. Das...
Das Leben? Man kommt nicht umhin, es als unendliches, unauflösbares Rätsel zu begreifen, als ewiges Enigma. Wer auch immer danach trachtet, Sinn oder Nicht-Sinn zu ergründen, muss letztlich erkennen, dass die entscheidenden Fragen nicht zu beantworten sind. Wer wäre imstande, die Rolle des Orakels zu übernehmen? Ist nicht jeder viel zu sehr mit sich selbst...
Der 1713 während Händels erstem Londoner Aufenthalt entstandene «Teseo» ist in jeder Hinsicht ein Ausnahmewerk, weil er stofflich wie formal auf eine französische tragédie lyrique, Lullys «Thesée» aus dem Jahr 1675, zurückgeht. Im Endeffekt hat Händel dann doch eine italienische Opera seria komponiert, die Form aber durch dramatische Accompagnati, Duette, kürzere...
