Dirigenten sind die konservativsten Leute, die ich kenne

Im nächsten Leben würde sie aber doch gern mal vor ein Orchester treten: ein Gespräch mit der Mezzosopranistin, Regisseurin und Intendantin Brigitte Fassbaender, die in diesem Monat ihren siebzigsten Geburtstag feiert.

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Frau Fassbaender, Sie sind das Kind einer Künstlerehe – der (Film-) Schauspielerin Sabine Peters und des Baritons Willi Domgraf-Fassbaender. Warum heißen Sie nicht Domgraf-Fassbaender?
Weil «Domgraf» der Spitzname meines Vaters war. Er hatte in einem seiner ersten Engagements – ich glaube, es war in Stuttgart – einen Kollegen, der hieß Wilhelm Fassbinder, und er bekam immer dessen Post. Irgendwann hatte er die Verwechslung satt und erinnerte sich an den Spitznamen aus seiner Kinderzeit – der wilde Domgraf. Das ist also ein reiner Künstlername.

Sie gingen in Berlin, Ihrer Heimatstadt, zur Schule. Der Vater wurde Oberspielleiter an der Nürnberger Oper und Leiter des dortigen Konservatoriums. Eines Tages schickten Sie ihm ein Tonband mit ersten Gesangsversuchen. «Komm zu mir», schrieb er zurück, «ich bilde Dich aus, verschwende keine Zeit mehr auf die Schule.» Ein ungewöhnlicher Rat...
Das hatte mit meiner Schüchternheit zu tun. Mit 17 oder 18 ließ ich die Katze aus dem Sack und fing an, Lieder und Arien zu singen. In der Schule schlich ich mich in der Mittagspause mit einer Mitschülerin, die Klavier spielte, in den Musiksaal und probierte die ersten Sachen aus.

Sie haben dann nur bei ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Herbert Haffner

Vergriffen
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