Hinter Mauern

Rossini: Bianca e Falliero FRANKFURT | OPER

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Bianca e Falliero» ist die fünfte Oper, die der vielbeschäftigte Rossini 1819 schrieb – allerdings nicht für Neapel, wo er seit 1815 als Hauskomponist tätig war, sondern für Mailand. Stendhal hielt sie für missglückt, sie geriet schnell in Vergessenheit. Selbst prominente Rettungsversuche bei den Rossini-Festivals in Pesaro 1986 und Bad Wildbad 2015 konnten das Werk nicht wirklich wiederbeleben.

Wie wenige Wochen zuvor im Fall von Nikolai Rimsky-Korsakows «Die Nacht vor Weihnachten» (siehe OW 2/2022) könnte der sensationelle Publikumserfolg der Frankfurter Premiere für «Bianca e Falliero» die Wende bringen, zumal die Inszenierung zu den diesjährigen Sommer-Festspielen ins tirolische Erl weiterreist. 

Die Handlung spielt im Venedig des 17. Jahrhunderts. Bianca, die Falliero liebt, wird von ihrem Vater Contareno in eine Zwangsehe mit dem verfeindeten Senator Capellio gedrängt, der dafür bereit ist, die alte Familienfehde beizulegen. Terroristisch ist aber das staatliche Zwangssystem, mit dem die Republik Venedig ihre Bürger unterdrückt. Als heimkehrender Kriegsheld wird Falliero erst vom Dogen geehrt, dann als in die Hochzeitzeremonie von Bianca und Capellio platzender Störenfried ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Uwe Schweikert

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