Helle Kläge - düstere Bilder

Genf, Wagner: Tristan und Isolde

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Zwölf Jahre hatte Armin Jordan das Orches­tre de la Suisse Romande geleitet und in dieser Zeit wegweisend geformt. Die Klangkultur, die Jordan in Genf entwickelt hat, ist auch heute noch ein Qualitätsmerkmal des ­Orchesters. Dass Jordan auch acht Jahre nach seiner Demission als künstlerischer Chef weiterhin dem Genfer Grand Théâtre zur Verfügung steht, ist wahrlich ein Glücksfall. Sein «Tristan» – und es ist in der Tat sein «Tristan» geworden – hat von diesem Glücksfall profitiert.

Die Spannung, die er im Vorspiel aufbaute, hielt bis zum letzten Verklingen nach über vier Stunden an. Die akustischen Bedingungen sind in Genf aufgrund des sehr breiten, aber schmalen Orchestergrabens heikel, was Jordan zum Experiment veranlasst hat, das Orchester nach Streichern und Bläsern getrennt zu setzen, die Ersteren links, die Letzteren rechts. Was andernorts wohl zu einem heillosen Spaltklang geführt hätte, bewährte sich hier in erstaunlicher Weise. Die von Wagner in «Tristan» erstmals konsequent gesuchte Klangverschmelzung glückte in berü­ckender Art. Jordan hob die Farbwechsel hier pointiert voneinander ab und ließ sie dort unmerklich in andere hinübergleiten, zugleich setzte er immer wieder ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
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