Chanson d'amour
Glückliches Frankreich! Dort kommen seit geraumer Zeit viele der großen Operettenaufnahmen der fünfziger und sechziger Jahre aus den Archiven des französischen Rundfunks als attraktive Doppel-CDs heraus – mit Stars wie Maurice Chevalier, Suzanne Lafaye oder Linda Dachary in den Hauptrollen und vertrieben durch Universal France. In jedem Booklet wird zudem Werbung für die «Académie Nationale de l’Opérette» gemacht, deren dreimal jährlich erscheinende Zeitschrift hochinformative Artikel zu den jeweils neuen Werken enthält.
Man kann das Blatt per Fax (0033-1-45 73 95 91) oder E-Mail (anao@wanadoo.fr) bestellen. Das Ganze ist ein perfektes Joint Venture von Forschung, Radioanstalten, Label-Riesen und Marktführer FNAC, der die CD-Serie prominent in all seinen französischen Läden ausstellt. Wegen der bunten Cover fallen die Titel sofort ins Auge, und die ständig wachsende Zahl von neuen Aufnahmen scheint Beleg dafür, dass die alten Tondokumente viele Käufer finden.
Betrachtet man die Liste der mittlerweile weit über zwanzig Titel, so erblickt man einen Schatz, der von Klassikern bis zu Raritäten alles umfasst. Offenbach ist mit «La Grande Duchesse de Gérolstein» in einer mustergültigen ...
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Die Konzertmuschel, die die Drehbühne füllt, grünt pistazienpastell. Die Liegestühle davor sind zahnpastamintfrisch bespannt, der Rundhorizont dämmert oliv – als ob Ang Lees grüner Superheld Hulk auf der Bühne der Komischen Oper zerplatzt wäre. Davor leuchtet es bonbonrosa, hellblau, lila, gelb, knallpink, türkis. Petticoats, Turmfrisuren, viel Kleinkariertes,...
Es gibt sie noch, die klangsensiblen Regisseure. Zwar richtet im Schlussbild der «Pique Dame» Fürst Jeletzky auf Hermann die Pistole, um ihn zu erschießen – aber kein lauter Knall zerreißt das musikalische Geflecht. Stattdessen verschwindet der bankrotte Spieler still durch eine Tür, während der Chor in oratorienhafter Erstarrung sein Todesgebet singt. Sehr...
Joseph Haydn hat in den 1770er und 80er Jahren als Opernkapellmeister in Eszterháza nicht nur zahlreiche Einlage-Arien zu fremden Werken komponiert, er hat die Partituren auch den Fähigkeiten seiner Sänger und den Möglichkeiten des örtlichen Orchesters angepasst. Mit solchen Bearbeitungen beschäftigt sich ein Forschungsprojekt des Joseph Haydn-Institus Köln und der...
