Helden wie er
Herr Bruns, muss denn der Siegfried unbedingt sein?
Natürlich! Meine Mutter heißt doch Brunhilde. Aber im Ernst: Die Frage könnte man sich für den gesamten «Ring» stellen. Wenn man Wagner mag, dann ist die Antwort eindeutig: Ja, es muss sein. Ob der Siegfried bei mir persönlich sein muss, mit dieser Frage bin ich lange schwanger gegangen. Mittlerweile habe ich aber so viel in diesem Bereich gesungen, dass ich mir dachte: Das kann ich riskieren.
Weil sich Ihre Stimme automatisch dorthin entwickelt hat oder weil Sie das angestrebt haben?
Vor 15 Jahren habe ich einen berühmten Kollegen bei einer Korrepetition für diese Partie erlebt und dachte mir: Sehr interessant, aber ich will das nie singen müssen. Es ist unnötig kompliziert, musikalisch wie auch stimmlich. Doch dann ist mir die Entwicklung meiner Stimme quasi passiert. Jetzt finde ich es folgerichtig.
Sie haben den Siegfried der «Götterdämmerung» zunächst konzertant in Wuppertal ausprobiert. Szenisch debütieren Sie mit beiden Siegfrieden in München. Ist das nicht ein Wagnis, diese Gipfel-Partie an einem A-Haus erstmals zu singen?
Klar. Aber ich habe viele Partien erstmals an großen Häusern gesungen. Natürlich hätte ich den ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Interview, Seite 50
von Markus Thiel
arte
02.08. – 18.05 Uhr
Musikalisches Prater-Picknick
Im Sommer 2022 bereicherten die Wiener Symphoniker die frühsommerlichen Attraktionen im Prater um ein neues Open-Air-Format. Das Konzert hatte den Charakter eines musikalischen Familienpicknicks – die Zuschauerinnen und Zuschauer erhielten Decken und Körbe, saßen auf der Wiese und lauschten den Orchesterklängen...
Ein Drama ist’s, ein gar schauerliches dazu. Und gleich in der ersten Strophe von Heines Ballade «Ritter Olaf» werden die katastrophischen Dimensionen dessen, was danach geschieht, schon in Umrissen deutlich: «Vor dem Dome stehn zwei Männer, / Tragen beide rote Röcke, / Und der Eine ist der König / Und der Henker ist der andere.» Und die dritte, möchte man...
Er ist im Wald, in Hörweite zum sich einspielenden Orchester, er ist um die antiken Mauern, auch weit weg vom Amphitheater, und im Marketing der Griechischen Nationaloper ist er sowieso allgegenwärtig: Der Genius Loci ist an sämtlichen Ecken und Enden auf dem Gelände des Asklepios-Heiligtums im griechischen Epidaurus spürbar. Aber – er erscheint nicht in Form eines...
