Helau!

Offenbach: Die schöne Helena am Staatstheater Mainz

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Selbst der liberalste Kosmopolit bezweifelt gelegentlich, dass die Kunstwerke sämtlicher Völker tatsächlich von Angehörigen sämtlicher Völker verstanden werden. Beziehungsweise angemessen interpretiert werden können. Schrieb Bruckner etwa für Burmesen? Liegen die Waiata-Gesänge der Maori auch den Gächinger Kantoristen gut in der Kehle? Und sollte man Sauerländern wirklich gestatten, Tango und Maxixe zu tanzen? Ein besonders fataler Fall misslungener Aneignung ist Jacques Offenbach, der boshafte Maître de plaisir des Zweiten Kaiserreichs.

Mag noch so viel kölscher Humor in ihm stecken – deutsche Bühnen kommen mit seiner Muse selten klar. Es fehlt an Esprit und Gaîté, und es fehlen die echten Knallchargen und Soubretten. So wurden wir nicht in die Salle Favart im 2. Pariser Arrondissement entführt, sondern in die Meenzer Fassenacht. Es ging lustig zu, der Witz eher vordergründig als hintersinnig, die Optik erwartungsgemäß auf griechische Klischees gestellt: Gyros am Schnellimbiss, die Götter als Olympioniken, der Himmel blau-weiß inklusive blau-weißer Luftballons – alles nett anzusehen, und vielleicht reicht das auch. Über die sängerischen Leistungen kann man ebenfalls streiten; ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Volker Tarnow

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