Blow-up

Leicht zweifelhaft: Mélodies von Adèle Hugo, arrangiert von Richard Dubugnon

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Adèle Hugo (1830–1915) wurde schon einmal wiederentdeckt – 1968, als der erste Band ihrer umfangreichen Tagebücher erschien und François Truffaut ihre tragische Lebensgeschichte mit Isabelle Adjani in der Titelrolle verfilmte. Die künstlerisch hochbegabte Tochter des Lyrikers, Dramatikers und Romanciers Victor Hugo war ihrem Vater 1852 ins Exil auf die britische Kanalinsel Jersey und später nach Guernsey gefolgt. Dort verliebte sie sich unsterblich in einen britischen Leutnant, der ihre Liebe nicht erwiderte, sie aber ausnutzte und Geld von ihr erpresste.

In einem Wahn von masochistischer Erotomanie reiste sie ihm bis nach Kanada und in die Karibik nach, inszenierte eine fiktive Heirat und kehrte erst 1872, nach dem Ende des Zweiten Kaiserreichs, wieder nach Frankreich zurück, wo sie ihr weiteres Leben bis zum Tod in einer psychiatrischen Anstalt verbrachte.

Jetzt wird sie ein zweites Mal wiederentdeckt – als Komponistin, nachdem man 2004 zufällig in einem Koffer in Hauteville House auf Guernsey Noten von ihrer Hand fand, insgesamt 14 Lieder und fünf Albumblätter. Das Label Alpha hat sie, nach der Uraufführung beim Festival Berlioz im vergangenen Jahr, mit dem in Besançon ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Medien, Seite 28
von Uwe Schweikert

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