Heinrich, mir graut vor dir!

Kröger nach Strauß: Redoute in Reuß am Theater Altenburg-Gera

Opernwelt - Logo

Reuß-Schleiz-Greiz heißt das deutsche Duodezfürstentum in der Operette «Wiener Blut». Dass es keineswegs fiktiv ist, weiß eine größere Öffentlichkeit allerdings erst, seit ein Nachfahre des dortigen Herrschergeschlechts der Reußen vor eineinhalb Jahren bei den «Reichsbürgern» mitgeputscht hat. Wie sämtliche männlichen Mitglieder der Dynastie heißt er Heinrich, ist noch dazu der XIII. und eigentlich eine perfekte Operettenfigur.

Doch leider kommt er in der Operette «Redoute in Reuß» nicht vor, die jetzt im – natürlich von reußischen Fürsten erbauten – Jugendstiltheater ihrer ehemaligen Residenzstadt Gera uraufgeführt wurde.

Das Stück spielt im Schicksalsjahr 1814, als es für das kleine Fürstentum darum ging, sich entweder Preußen anzuschließen oder unter österreichischem Schutz selbstständig zu bleiben. Man weiß nicht, was bemerkenswerter ist: die Tatsache, dass über diesen historischen Stoff heute eine Operette geschrieben wird, und zwar so wie schon vor 125 Jahren bei «Wiener Blut», nämlich nach Melodien von Johann Strauß – oder das Ergebnis: ein gelungenes Prequel zu eben dieser Pseudo-Strauß-Operette. Komponist Olav Kröger verwandelt Glanznummern wie die «Pizzicato-Polka» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Stefan Frey

Weitere Beiträge
Anatomie des Bösen

Der «Andere», namenlos, kommt ins Dorf, mit Esel und Pferd. Ein Krieg ist zu Ende, der die Überlebenden, so oder so beschädigt, zurückgelassen hat. Gewaltmenschen waren aufgetaucht, in dem merkwürdig deformierten Pseudo-Deutsch, das sich hier ins Französisch mischt, «Fratergekeime» genannt. Sie hatten Männer gemordet und Frauen misshandelt, hatten Lager umzäunt für...

Liebe auf der Flucht

Heinrich Heine wusste sehr wohl, wie kompliziert es um die allerschönste Hauptsache der Welt meist bestellt ist: «Ein Jüngling liebt ein Mädchen, / die hat einen andern erwählt; / der and’re liebt eine and’re, / und hat sich mit dieser vermählt.» Zahllos sind die Dramen, in denen diese Konstellation in vielen Variationen zu veritablen Verwicklungen, Verirrungen und...

Belcanto-Athlet

In Verdis «La traviata» einzutauchen, komme ihm vor «wie ein Besuch im Spa», erklärt der Tenor Matthew Vickers. «Es fühlt sich einfach gut an, mich in diesem Stück zu bewegen, es ist wie ein Gesundheitstag für die Stimme.» In der Rolle des Alfredo kann man den 38-Jährigen zurzeit am Staatstheater Darmstadt erleben, wo er seit Beginn dieser Spielzeit fest engagiert...