Hartnäckige Klischees

Starke Werkeinführung, problematische Biographie: ein neues Buch über César Franck

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Lauter schwierige Patienten», hieß mal eine Gesprächsreihe im Fernsehen des SWR, in der Marcel Reich-Ranicki gemeinsam mit Peter Voß schwer einsortierbare Autoren behandelte. Erich Kästner gehörte dazu, Inge -borg Bachmann, Golo Mann.

Wäre es in dieser Sendereihe um Komponisten gegangen, hätte César Franck wohl einen festen Platz gehabt: ein Mann, der nahezu ausschließlich durch sein Alterswerk bekannt wurde; der in reicher Zahl religiöse Werke wie Oratorien und Orgelstücke schuf, der mit seinem Klavierquartett, seiner Violinsonate und seinem Orchesterstück «Psyché» aber auch Musik von glühender Weltlichkeit ersann; um den schließlich eine Dürre an Originalquellen herrscht, die das Verstehen und die Einordnung besonders schwierig macht.

Matthias Kornemann spricht in seiner recht sperrig betitelten Franck-Biographie («Schillernde Blumen auf dürrem Boden») denn auch von der «wohl rätselhaftesten Gestalt unter den großen Komponisten». Eine wagemutige Aussage. Bleibt nicht jedes Genie – Mozart, Beethoven, Wagner – immer rätselhaft? Und macht ein Ranking Sinn, das den «Rätselhaftesten» unter ihnen ermitteln möchte? Ähnlich angreifbar erscheint Kornemanns Aussage, wohl nie habe «ein ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Medien, Seite 48
von Clemens Haustein

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