Lieben und lassen
Leicht müsse man sein, «mit leichtem Herzen und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen …», singt die Feldmarschallin im ersten Aufzug des «Rosenkavaliers». Auch in der Heidelberger Inszenierung von Andrea Schwalbach ist Leichtigkeit das Schlüsselwort. Als «Komödie für Musik» haben der Komponist und sein Textdichter Hugo von Hofmannsthal das Stück bezeichnet. Ein gewaltiges Understatement in Betracht der existenziellen philosophischen Dimension, die das Opernschwergewicht mit einer Spieldauer von mehr als vier Stunden entfaltet.
Ein Intrigenspiel nach bewährtem Muster von Beaumarchais und Molière, das auf zeitlose Weise vom Lieben, Loslassen und Abschiednehmen erzählt.
Das innere Drama einer Frau, die sich mit dem Älterwerden und der Vergänglichkeit auseinandersetzt, steht im Fokus vieler Inszenierungen. In Heidelberg legt das Regieteam den Schwerpunkt vor allem auf das Komödiantische. Als Reminiszenz an die Commedia dell’arte drängt sich in der Ouvertüre das Faktotum im Kostüm des Harlekins (hinreißend gespielt von Susanne Schyns) auf einem rosenroten Sofa zwischen die Feldmarschallin und Oktavian: das Liebesspiel mit Blicken und Gesten kommentierend, konspirativ, ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 68
von Silvia Adler
Ottorino Respighis Musik ist eine Region auf der musikalischen Landkarte, die der vollen Entdeckung und Würdigung noch harrt. Einsame Gipfel daraus grüßen weit ins Land, vor allem die Tondichtungen für großes Orchester «Feste», «Fontane» und «Pini di Roma». Sie begründeten den Ruf eines populären Komponisten, dem, wohl als Antwort auf die wirkungsvolle...
Willkommen auf Schloss Almaviva!» So flimmert es flammend über den Videoscreen auf einer Wand mit bröckelndem Putz. Wir sind in einem andalusischen Museum, das schon bessere Tage gesehen hat. Konferenzstühle werden hereingeschleppt, man will einem Vortrag über alte Sitten und Gebräuche im einstigen Schloss lauschen. Noch während der Ouvertüre werden die in einer...
Lauter schwierige Patienten», hieß mal eine Gesprächsreihe im Fernsehen des SWR, in der Marcel Reich-Ranicki gemeinsam mit Peter Voß schwer einsortierbare Autoren behandelte. Erich Kästner gehörte dazu, Inge -borg Bachmann, Golo Mann. Wäre es in dieser Sendereihe um Komponisten gegangen, hätte César Franck wohl einen festen Platz gehabt: ein Mann, der nahezu...
