Foto: Olaf Struck
Handarbeit
Über Geschmack lässt sich nicht streiten, über Liebe schon gar nicht. Glaukos ist auf der Kieler Opernbühne ein kahlköpfiger blue man, mit weißem Bart und gelber Flosse. Sein maritimes Ambiente ist unschwer zu erkennen. So einen «blauglänzenden» Meeresgott konnte nur die griechische Mythologie hervorbringen. In der tragédie lyrique von Jean-Marie Leclair ist er zu allem Überfluss mit einer Stimme ausstattet, die gleich zwei Frauen betört.
Eigentlich braucht hier niemand einen Amor, Skylla ist auch ohne Schützenhilfe längst zur Liebe bekehrt.
Aber da nun mal ein Prolog gefordert war, um en passant einem «roi puissant», in diesem Fall: Ludwig XV., die allfällige Ehre zu erweisen, haben sich Leclair und sein Librettist Monsieur d’Albaret 1746 ein Fest vor dem Venustempel der sizilianischen Stadt Amathous einfallen lassen. Lucinda Childs inszeniert es, raffiniert zwischen Abstraktion und Ballettbarock lavierend, als ein Vorspiel, das die folgende Geschichte bereits in Grundzügen skizziert: Die Propoetiden zweifeln die Gottheit der Venus an, sie muss deshalb selbst in Erscheinung treten und ihre Liebesmacht beweisen.
Für Konfliktpotenzial ist jedenfalls gesorgt, Stoff für eine ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Hartmut Regitz
Der Film zeigt sein Lebenswerk. Kein Wunder, dass Toni Schmid ein wenig angespannt ist. «Ganz große Oper» heißt der Streifen, eine 90-minütige Hochglanzdokumentation über die Bayerische Staatsoper. Seit Anfang Juni läuft sie in rund 80 Kinos. Die Premiere beim Dok.Fest München fand auf der Bühne der Staatsoper statt. Das schafft nicht jeder.
Ein Bildband für die...
Opern hat er kaum dirigiert. «Zauberflöte», «Entführung», «Fidelio», «Euryanthe», «Eugen Onegin», «Pelléas et Mélisande» – das war’s. Dennoch ist Herbert Blomstedt zutiefst geprägt von der vokalen Tradition. Sein Studium der Chorleitung und der Besuch einer Kantorenklasse bewirkten in Verbindung mit Schwedens Chortradition, dass ihm in jungen Jahren der Gesang als...
Jonas Kaufmann
Nach einer Zwangspause ist der Tenorissmo aus München wieder so gut bei Stimme, dass er schon fast das alte Pensum stemmt – im Juli Don Alvaro und Andrea Chénier in München, im August Parsifal in Sydney usw. Davor stand ein weiteres Rollendebüt an: der erste Otello. An Londons Royal Opera House achtete Antonio Pappano darauf, dass alles gut ging
À la...
