Hamlet im Garten
Für Alban-Berg-Süchtige ist der typografisch ansprechend gestaltete Band im Kunstkatalogformat eine Fundgrube. Man kann diesem Komponisten, dem als Einzigem das Kunststück gelang, die Rechenexempel der Dodekaphonie mit der todessüchtigen Dekadenz der Spätromantik zu versöhnen, in allen Lebenslagen folgen – vom Kinderbild des Zweijährigen bis zur letzten Fotografie wenige Wochen vor seinem Tod.
Wir sehen den Kettenraucher komponierend am Klavier oder am Schreibtisch arbeitend, beim Treffen mit Kollegen oder im Gruppenfoto mit den Künstlern nach einer der zahlreichen Inszenierungen des «Wozzeck», folgen dem Fußballfan ins Stadion, dem Naturbegeisterten zur Sommerfrische und zum Baden in die Steiermark. Auf einem der frühen Fotos entdecken wir Bergs Hund, der, kurios genug, «Mahler» hieß, alldieweil das Konterfei des verehrten Vorbilds über dem Flügel an der Wand hing.
Rund 300 Aufnahmen hat Daniel Ender, der Generalsekretär der Wiener Alban Berg Stiftung, aus den mehr als 4000 in Bergs Nachlass überlieferten Fotos ausgewählt – darunter viele von ihm selbst geschossene Bilder. Private Aufnahmen von Schönberg (mit Hut und Stock), Webern (in Uniform), Zemlinsky (eine Zigarre rauchend), ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Uwe Schweikert
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