Händel, Telemann und der Maddin
Nichts gegen Kontinuität! Als Cathérine Miville vor 13 Jahren von dem nach Erfurt wechselnden Guy Montavon die Gießener Intendantenstaffel übernahm, wurde das kleine Haus in Mittelhessen kaum einmal überregional wahrgenommen. Das hat sich allmählich, aber auffällig und in der Summe heftig geändert. Nun gibt es, vor allem in der Oper, eine Fülle von Produktionen, die ein Publikum von weither anziehen, aber auch von den Bewohnern der Universitätsstadt geschätzt werden. Bei den Gießener Premieren herrscht knisternde Theaterluft.
Kenner wissen, dass Gießen ein geradezu dramatisches Theaterpflaster ist – Brutstätte einer Bühnenästhetik, die Verstand und Praxis Theaterschaffender radikal veränderte. Die «angewandte Theaterwissenschaft» des an der Gießener Uni lehrenden charismatischen Theoretikers Andrzej Wirth geriet zur einflussreichsten Theaterströmung der letzten Zeit; ihr vielleicht namhaftester aktueller Repräsentant ist Réne Pollesch, der keine «fertiggedruckten» Stücke mehr inszeniert, sondern mit den Schauspielern zusammen ein körperzentriertes «integrales» Spielen (unter Zuhilfenahme nichtnarrativer, teils quasi ad hoc generierter Texte) herstellt. Es scheint plausibel, dass ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Hans-Klaus Jungheinrich
Gewiss muss die Tante tot sein, die man beerben will; doch vorher schon kann man sich sehr genau im Zimmer umsehen.» Als Ernst Bloch in «Erbschaft der Zeit», veröffentlicht 1935, das untergehende Bürgertum analysierte, plädierte er für eine genaue Prüfung der «Elemente» bürgerlicher Errungenschaften: Wer weiß, ob nicht Erbstücke darunter sind, die für eine künftige...
Vorromantische Opern scheinen von Regisseuren mitunter gern tiefgekühlt serviert zu werden. Ein Trend? Verglichen mit Bob Wilsons leichenschauhaus-frostiger Inszenierung von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» an der Mailänder Scala (siehe OW 3/2015) lässt sich die Neuproduktion von Glucks «Alceste» in Venedig als eine Art Kompromiss zwischen historisch...
ARD-ALPHA
1.5. – 11.00 Uhr
Klassik am Odeonsplatz.
Open-Air-Konzert 2011. Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding. Sprecher: Udo Wachtveitl. Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum.
14.5. – 11.00 Uhr
Die Bamberger Philharmoniker.
Konzert unter der musikalischen Leitung von Horst Stein.
16./23.5. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
25.5....
