Gut, besser, Principessa

Ausgelassene «Turandot»-Feste in Saarbrücken und Aachen

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Giacomo Puccinis wunderschöne – legendär kurze, momenthaft sich verflüchtigende und dabei monumental wirkungsmächtige – Arien haben selten ein «richtiges» Ende. Puccini hat seinen Wagner studiert, nicht nur, was das Durchkomponieren angeht. Und so fällt der stürmische Applaus für Angelos Samartzis’ «Nessun dorma» zu Beginn des dritten «Turandot»-Akts direkt in die nächste Szene der Minister Ping, Pang und Pong hinein. Man glaubt sich in Italien. So viel Emotion! Doch wir sind in Saarbrücken, im Saarländischen Staatstheater. Und auch in Aachen wird gefeiert.

So viel (vermeintliche) Provinz war selten (so begeistert).

Prinzessin Turandots einstige (unbescholtene, verehrte) Vor-Vor-Vorgängerin war von einem Fremden vergewaltigt worden. Turandot verharrt starr und hart in dieser schrecklichen Tradition – und schützt sich rächend vor potenziell ähnlichen Übergriffen, indem sie Heiratsanwärtern unmögliche Rätsel stellt – und die chancenlosen Männer nach erwartbarem Misserfolg umbringen lässt. Yes, she can! Viele Freiende (sie liegen auf Saarbrückens Bühne vielfach tot herum) gaben ihr Leben auf diese Weise bereits dran, und irgendwann hat selbst Turandots (vermeintlich) archaisches Volk ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Arno Lücker

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