Glück und Kalkül
Aix
Die Anziehungskraft der sommerlichen Festspiele in Aix-en-Provence ist ungebrochen. Rund 85 000 Besucher werden inzwischen pro Saison gezählt. Das Interesse gilt nicht nur den Opernaufführungen, sondern auch öffentlichen Proben oder den Konzerten der seit 20 Jahren bestehenden Akademie für den künstlerischen Nachwuchs. Und dem Genius loci sowieso – jenem Aix-Faktor, von dem nicht zuletzt Pierre Audi, der neue Directeur Général, profitieren dürfte
Nun sind es 70 Jahre.
So lange gibt es das Musikfest in Aix-en-Provence – da fliegt die Erinnerung weit zurück in Jahre, die vom Südwestfunk-Sinfonieorchester unter der Leitung von Hans Rosbaud und Ernest Bour geprägt waren und mir an diesem Ort an einem heißen Juliabend 1968 mit der Sängerin Teresa Stich-Randall zum ersten Mal die beiden Arien der «Figaro»-Gräfin so ganz auf- und zu Herzen gingen. Im Innenhof des Erzbischofspalastes war Mozart eine kategorial andere Sache als im Salzburg Herbert von Karajans und Karl Böhms. Das Théâtre de l’Archevêché ist immer noch ein beliebter und integraler Schauplatz dieses Festivals, das jedoch – viel später als Salzburg mit dem Großen Festspielhaus Clemens Holzmeisters – eine große, ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Hans-Klaus Jungheinrich
Sie steht ganz oben auf der Karten-Fahndungsliste der Bayreuth-Pilger: Barrie Koskys Inszenierung der «Meistersinger von Nürnberg» avanciert schon in ihrem zweiten Jahr zum Publikumsfavoriten; nach Stefan Herheims legendärem «Parsifal» bildet sie das zweite solitäre Regieereignis der Richard-Wagner-Festspiele im 21. Jahrhundert. Weil das schon im vergangenen...
Die am hellsten leuchtenden Sterne, die beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele aufgegangen sind, waren bisher Mirga Gražinytė-Tyla und Lorenzo Viotti. Aber auch die anderen Sieger des seit 2010 mit Unterstützung eines Nahrungsmittelkonzerns durchgeführten Concours, von David Afkham bis Kerem Hasan, können schöne Erfolge vorweisen. Insofern war man...
Fühlen Sie schon Wehmut in sich aufsteigen?
Gar nicht. Und das aus gutem Grund: Ich habe einen unbefristeten Vertrag und besitze das große Privileg, den Zeitpunkt meines Ausscheidens selber wählen zu können. Das Einzige, was mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist der Zeitplan. Ich wollte gehen, nachdem wir in unser Stammhaus, das Grand Théâtre,...
