Große Gefühle

Der Filmproduzent Bernd Eichinger über seine heimliche Liebe zur Oper, Wagners «Parsifal» und die Magie der Bühne

Opernwelt - Logo

Herr Eichinger, Sie haben einmal gesagt, der Film sei Ihr Leben. Dass Sie sich auch für die Oper interessieren, war uns bisher nicht geläufig. Woher rührt dieses Interesse?
Wer sich professionell mit Film beschäftigt, muss viel von Musik verstehen. Es geht dabei ja nicht nur um den Soundtrack, sondern um ein Gefühl für Rhythmus. Jede erfolgreiche Film­erzählung hat einen bestimmten Rhythmus. Nur wenn der Rhythmus stimmt, funktioniert ein Film, und nur dann erreicht er auch das Publikum.



Bieten sich da nicht eher Jazz, Pop oder Rock als Referenzen an?
Ich habe vor meinem Einstieg in die Filmbranche tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, mein Geld als Musiker zu verdienen. Ich war damals Gitarrist in einer Rockband. Das Faible für klassische Musik und die Oper geht wohl auf mein Elternhaus zurück. Mein Vater war ein leidenschaftlicher Wagnerianer. Er schätzte vor allem die Spätromantiker: Bruckner, Strauss, ein bisschen Verdi – das waren die Komponisten, die den musikalischen Horizont meiner Kindheit beherrschten. Mein Vater spielte außerdem sehr gut Orgel, sein Medizinstudium hat er sich als Organist verdient. So gab es jeden Sonntag bei uns ein kleines Hauskonzert, wo er am Harmonium ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Thema, Seite 26
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Editorial

Plötzlich durften sich alle anfassen: Vater und Tochter, Bruder und Schwester, Gott und Gattin. Sie waren so verdutzt, dass sie ihre Hände und Hüften kaum richtig nutzen konnten. Denn ihre Körper waren bisher vor allem Klangkörper und deshalb auf ganz andere Dinge geeicht, zumindest solange sie auf einer Bühne ausgestellt und angestrahlt wurden: auf Statik,...

Silber und Satin

Bevor sich der Vorhang der Deutschen Oper Berlin an diesem Januar-Abend hob, dürfte sich die Neugier vieler Besucher darauf beschränkt ­haben, Deborah Voigt in ihrem Rollendebüt als Marschallin zu sehen. Hieß es doch, die bis vor kurzem bedenklich übergewichtige Diva sei nicht mehr wiederzuerkennen, seit sie ihren Magen auf die Größe einer Walnuss habe verkleinern...

Zustände ihres Willens

Eigentlich ist es immer schade, wenn solch grandiose Musik ungehört bleibt. Wenn der magische Moment zwischen Kerker und dem Schlussakt der Freiheit ohne dieses rhapsodische Phantasiestück, das Ernst Bloch als eine utopische Erinnerung, eine Legende der erfüllten Hoffnung bezeichnete, auskommen muss; wenn Mahlers Eingebung, die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 in C-Dur in...