Grétry & Co.
Die Opéra Comique gehört heute wieder zu den aktiven Pariser Opernhäusern. Die Direktion sieht es als primäre Aufgabe des Hauses an, «das französische Repertoire zu pflegen». Der Verständlichkeit des Textes komme dabei, wie stets in der französischen Operntradition, eine große Rolle zu. Konkret heißt das: Auf der Bühne der Salle Favart uraufgeführte Werke wie «Carmen» oder «Pelléas et Mélisande» finden hier ein sorgenfreies Zuhause, aber auch Werke des 18. Jahrhunderts, die von der Truppe der Opéra Comique anderswo produziert wurden, werden zu Hause liebevoll gepflegt.
So wurde die einst berühmte Oper «Der eifersüchtige Liebhaber» von Grétry, die ihrem Schöpfer den Ruhm eines der größten Komponisten seiner Zeit eingebracht hatte, nicht nur in der Koproduktion mit dem Centre de Musique Baroque de Versailles inszeniert, sondern auch von einem Festival gerahmt, das dem Musiktheater zur Zeit Grétrys galt.
Allerdings war bei keiner Inszenierung etwas Herausragendes zu entdecken. Am schlimmsten fiel «Zémire et Azor» aus, weil bei diesem Märchen extrem überzeichnet und grimassiert wurde. Dagegen besaß die konzertante Aufführung von Philidors «Sancho Panza» Lebendigkeit, Natürlichkeit, ...
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Herr Rousset, Sie stammen aus Avignon und sind in Aix-en-Provence aufgewachsen. In der Provence stößt man überall auf Monumente der Geschichte: Pont du Gard, Papstpalast, die römische Arena in Nîmes usw. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gegenwart der Vergangenheit in diesen Städten und Ihrer Vorliebe für Alte Musik?
Das kann man wohl sagen. Als ich zur Schule...
Eigentlich liegt die Passionszeit hinter uns. Eigentlich sollten wir uns mit freiem Blick und geläutertem Herzen auf das Pfingstwunder freuen. Auf jene magische Geschichte vom Heiligen Geist, der in die Jünger fährt und ihnen die Gabe verleiht, sich in allen Sprachen zu verständigen. Doch was der Kirchenkalender verkündet, gilt schon längst nicht mehr für die...
