Im spirituellen Kraftfeld

Wilfried Hillers «Sohn des Zimmermanns» zum 65. Jahrestag der Bombardierung von Würzburg

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Es ist ganz normal, dass ein Werk mit sakralem Inhalt in einem sakralen Raum uraufgeführt wird. Dennoch haftete der Premiere von Wilfried Hillers «Der Sohn des Zimmermanns» etwas Besonderes an: Das Auftragswerk der Abbé-Vogler-Musikstiftung wirkte im Kiliansdom auch deshalb ergreifend, weil es punktgenau überging in das um 21.20 Uhr anhebende Glockengeläute zum 65. Jahrestag der Zerstö­rung Würzburgs.



Dass seine «Szenen nach dem Neuen Testament» so enden würden, war dem inzwischen 69-jährigen Komponisten schon klar, als er vor fast fünf Jahren mit der Dramaturgin Elisabeth Woska und dem Librettisten Winfried Böhm die Arbeit an dem Stück begann, das als Oper und nicht als Oratorium angelegt ist. Vom Mainfranken-
theater ist eine szenische Aufführung bereits angedacht. Man könnte dann auf all jene Mitwirkenden zurückgreifen, die es in einem herkömmlichen Opernorchester nicht gibt. Denn das Instrumentarium ist außergewöhnlich. «Ich bin in einem Alter», sagte Hiller in einem Interview vorab, «wo einem das egal sein darf, ob es so eine Besetzung in einem Opernhaus gibt». Also hat er für Instrumente geschrieben, die er bevorzugt. Vier Percussionisten spielen 78 verschiedene ...

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Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Monika Beer

Vergriffen
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