Grauzone
Vor einem Jahr war es so weit: Im Osten Georgiens präsentierte sich ein neues Musikfestival, das Tsinandali Festival. Benannt ist es nach dem Schauplatz, einem historischen Anwesen, das im frühen 19. Jahrhundert dem georgischen Dichterfürsten (und General der russischen Armee) Alexander Tschawtschawadse als Wohnsitz diente und bis heute ein renommiertes Weingut beherbergt.
Ein luxuriöser Rahmen: Die ehemaligen Lagerräume der weitläufigen Anlage wurden zu einem spektakulären Hotel umgebaut, zudem ein Quartier für das Orchester der gerade erst ins Leben gerufenen Festivalakademie errichtet und das zu Sowjetzeiten als Museum genutzte Herrenhaus für 10,2 Millionen Euro renoviert. Außerdem stehen zwei funkelnagelneue Konzertsäle zur Verfügung, ein Auditorium mit 1200 Plätzen sowie ein mit Edelholz ausgekleideter Kammermusiksaal. Gleich in der ersten Saison boten die Veranstalter einen Reigen prominenter Gäste, u. a. András Schiff, Yuja Wang, Lisa Batiashvili, Fazil Say, Mischa Maisky, Renaud Capuçon – und Gianandrea Noseda, der sich als Musikdirektor des neu gegründeten Pan-Kaukasischen Jugendorchesters verpflichten ließ.
Auf den Weg brachten das Projekt Avi Shoshani, langjähriger ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von James Imam
alpha
Wagner: Der Ring des Nibelungen
Als Alternativprogramm zu den Bayreuther Festspielen wartete ARD-alpha mit einem Highlight der Operngeschichte auf: BR-KLASSIK und die Bayreuther Festspiele präsentierten im August im Rahmen einer großen «Ring-Nacht» die legendäre Inszenierung von Patrice Chéreau mit Pierre Boulez am Pult. Die Ankündigung erfolgte kurzfristig...
Sie könnte die musikalische Gattung der Stunde sein. Weil sie den Menschen in nicht gerade einfachen Zeiten ein bisschen Ablenkung verschaffte, im besten Fall Unterhaltung auf hohem Niveau. Und weil sie immer flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren, sich ihnen anzupassen wusste. Diese Flexibilität zeichneten die Operette und ihre Macher von jeher...
Man mag es immer noch nicht glauben: Seit Herbst 2019 sind die Skizzen und Entwürfe aus Giuseppe Verdis Nachlass im Staatsarchiv von Parma zugänglich. Zwar bleiben die von der römischen Regierung in einer überraschenden Aktion im Frühjahr 2017 sichergestellten Originale im Tresor. Doch wer vor dem Corona-Shutdown nach Parma gekommen war, konnte am Bildschirm Scans...
