Grauzone

Der umtriebige Intendant des Verbier Festivals hat in Georgien und Lettland neue Festspielforen initiiert. Mit Rückenwind von Oligarchen. Nicht nur hier wirft die Liaison von Kunst, Macht und privatem Geld Fragen auf

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Vor einem Jahr war es so weit: Im Osten Georgiens präsentierte sich ein neues Musikfestival, das Tsinandali Festival. Benannt ist es nach dem Schauplatz, einem historischen Anwesen, das im frühen 19. Jahrhundert dem georgischen Dichterfürsten (und General der russischen Armee) Alexander Tschawtschawadse als Wohnsitz diente und bis heute ein renommiertes Weingut beherbergt.

Ein luxuriöser Rahmen: Die ehemaligen Lagerräume der weitläufigen Anlage wurden zu einem spektakulären Hotel umgebaut, zudem ein Quartier für das Orchester der gerade erst ins Leben gerufenen Festivalakademie errichtet und das zu Sowjetzeiten als Museum genutzte Herrenhaus für 10,2 Millionen Euro renoviert. Außerdem stehen zwei funkelnagelneue Konzertsäle zur Verfügung, ein Auditorium mit 1200 Plätzen sowie ein mit Edelholz ausgekleideter Kammermusiksaal. Gleich in der ersten Saison boten die Veranstalter einen Reigen prominenter Gäste, u. a. András Schiff, Yuja Wang, Lisa Batiashvili, Fazil Say, Mischa Maisky, Renaud Capuçon – und Gianandrea Noseda, der sich als Musikdirektor des neu gegründeten Pan-Kaukasischen Jugendorchesters verpflichten ließ.

Auf den Weg brachten das Projekt Avi Shoshani, langjähriger ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von James Imam

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