Grandios

Janáček: Jenůfa
BERN | THEATER

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Irgendwann wird man zurückblicken auf diese pandemische Zeit und sich fragen, ob man ihr nicht vielleicht doch irgendetwas Positives abgewinnen könnte. Strukturell sicher nicht, dazu machte die Politik den Künsten gar zu deutlich, für wie verzichtbar sie sie hält. Aber es gibt Einzelerscheinungen, die, aus der Not geboren, ganz wunderbar wurden. Gerade in der Schweiz, wo es die Künste ja ohnehin besser hatten als in Deutschland.

Eines dieser herrlichen Erlebnisse ist Leoš Janáčeks «Jenůfa» am Konzert Theater Bern, das von der kommenden Saison an seinen hochproblematischen Namen los ist und einfach «Bühnen Bern» heißen wird.

Das Grandiose ist hier die musikalische Form. Auf Basis der schroffen, von späteren romantisierenden Bearbeitungen noch verschonten Brünner Fassung erstellte der musikalische Leiter Matthew Toogood eine radikal solistische Partitur, notwendig, weil die volle Orchesterbesetzung unter Abstandsregeln nie in den Graben passte. Nun ist also wirklich jedes Instrument nur ein Mal besetzt, die erste Geige gibt es doppelt. Das führt natürlich zu einer so noch nie gehörten Transparenz, was annähernd eine Binsenwahrheit wäre, behielte Janáčeks Musik dabei nicht ihre ...

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Opernwelt August 2021
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Egbert Tholl

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