Gott ist tot
Angels and ministers of grace defend us»: Das ist zwar nicht aus «Macbeth», sondern aus «Hamlet», aber doch eines jener Shakespeare-Zitate, mit denen das englischsprachige Theatervolk den Fluch des unaussprechlichen «Scottish Play» zu neutralisieren trachtet. Es ist natürlich reiner Zufall, dass dem Grazer Macbeth Mikołaj Zalasiński bei der Premiere von Beginn an die Stimme versagte und er nur mit Mühe bis zur Pause kam.
Und ebenso, dass in Kateryna Sokolovas Inszenierung ihrem Macbeth eine genau solche Vertreterin aus der Kategorie «Engel und Boten Gottes» (wie es Schlegel übersetzte) zur Seite steht – oder besser: von ihm missachtet und malträtiert wird. Die Hexen sind hier die dunklen Facetten von Macbeths Persönlichkeit, multipliziert wie in einem Spiegelkabinett. Seinen Schwächen zum Trotz ist er nämlich selbst die treibende Kraft des Bösen, er geht über Leichen. Bis auf eine Ausnahme: dem «Verro», jenen Eber, den die Hexen anfangs geschlachtet haben wollen. In der zierlichen Gestalt Lara Hidens und mit goldumrandeter Herzwunde repräsentiert diese stumme Figur das ständig an den Rand gedrängte, bedrohte Gute in Macbeths Seele. Das wirkt auf die Dauer jedoch aufgesetzt – vor ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Walter Weidringer
Wer bin ich, und wie kann ich mich davor verstecken», war die Leitfrage des «Enrico», mit dem Manfred Trojahn 1991 seine Karriere als Opernkomponist begann. Dort erkennt der durch den Sturz bei einem Maskenspiel wahnsinnig gewordene Protagonist, der sich fortan für den deutschen Kaiser Heinrich IV. hält, eine einzig -artige Chance: die Rolle auch nach dem...
Stimmschön
Seit ihrem Sieg beim Operalia-Wettbewerb 2019 hat sie eine steile Karriere hingelegt. Und vor allem als Mozart-Interpretin ist Adriana González dabei in Erscheinung getreten: Sie sang Despina, Zerlina, Susanna, Contessa, Fiordiligi und glänzte in all diesen Rollen mit einer lyrisch gefüllten Stimme sowie einer staunenswerten Technik. Ein Porträt
Traditio...
JUBILARE
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