Diskurs ist alles

Das Donizetti Festival in Bergamo würdigt seinen Namensgeber mit Aufführungen von «Lucie de Lammermoor»,«Alfredo il Grande» und «Il diluvio universale» sowie Johann Simon Mayrs «Il piccolo compositore di musica»

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Bergamo bebte. Gleich fünf neue Opernproduktionen sowie verschiedenartige weitere Formate, darunter die traditionelle Geburtstagsfeier für Donizetti am 29. November, bildeten einen würdigen Rahmen für die diesjährige Ausgabe des Festivals.

Mit «LU OperaRave», einer Rave-Version von «Lucia di Lammermoor», an der einige der führenden europäischen Elektronikmusiker beteiligt waren, gab es eine echte Novität – gleichsam als Pendant zur originalen Oper, die zwei Jahre nach der Uraufführung 1837 am Teatro San Carlo in Neapel für das Pariser Théâtre de la Renaissance angepasst wurde und dort ein großer, dauerhafter Erfolg war. Aufgrund ihrer reduzierten Gestalt wird «Lucie de Lammermoor» im kleinen Teatro Sociale aufgeführt. Dass Lucie die einzige Frau ist, spielt eine wesentliche Rolle in Jacopo Spireis Inszenierung, die aktuelle Debatten über Gewalt gegen Frauen aufgreift. In der ersten Szene wird eine Gruppenvergewaltigung durch Henris Gefährten dargestellt; in der letzten erscheinen die Leichen dieser Frauen, wie eine Erinnerung. Das Lucie Arthur ermordet, ist also nur ihre tragische Rebellion gegen die von Männern dominierte Welt.

Die musikalische Darbietung besitzt ansprechendes ...

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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Im Fokus, Seite 20
von Stefano Nardelli

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