Göttliche Harmonie, irdische Qualen
Der 28. September 1675 war ein großer Tag – zumindest für Karl XI. Im Dom zu Uppsala wurde der seit 1660 unter der Vormundschaft seiner Mutter Hedwig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorf sowie fünf hochrangiger Staatsbeamter regierende Thronfolger endlich zum König von Schweden gekrönt. Und wie es rückblickend den Anschein hat, war er nicht nur ein weiser Herrscher, sondern zudem den klingenden Künsten sehr zugewandt. Anders als Louis XIV.
, an dessen Versailler Prunkschloss vor allem Werke französischer Komponisten aufgeführt wurde, um den edelmütigen Glanztaten des absolutistischen «Sonnenkönigs» zu huldigen, etablierte Karl XI. an seinem Hofe die Idee einer europäischen Musik, wie sie bereits seine Vorvorgängerin Christina von Schweden verfochten hatte.
Das Album «Northern Light» versammelt fast ausnahmslos Kompositionen dieser Zeit, und schon die Auswahl der Tonsetzer zeigt deutlich, wie kosmopolitisch das Kunstverständnis des Potentaten im Grunde gewesen sein muss: Neben Stücken auf Schwedisch aus den Federn von Franz Tunder und Johann Krieger findet sich dezidiert deutschsprachige Musik (Johann Christian Bach, Johann Fischer, David Pohle) sowie Italienisches (Marco ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Medien, Seite 62
von Jan Verheyen
Sie singen und spielen im «Hotel Metamorphosis», dem Vivaldi-Pasticcio der Salzburger Festspiele, mit großem Aplomb Juno und Minerva. Macht es Spaß, Diva zu sein?
Natürlich! Ich fand es aber anfangs ungewöhnlich, so dominant zu sein. In einer Szene muss ich mit Cecilia Bartoli quasi singend kämpfen. Ich liebe und verehre sie, sie ist meine große Inspiration. Ich...
Singen hilft immer. Auch in den schwersten Momenten unseres Lebens, wenn der oder die Liebste für immer dahingegangen ist. «O let me weep, for ever weep» – so lautet die erste Zeile jener Gedichtvertonung, die in einer posthumen Aufführung von Henry Purcells Masque »The Fairy Queen» auf Shakespeares somnambule Komödie «A Midsummer Night’s Dream» anno 1698 im...
Etwas ist anders als sonst. Etwas, das sich mit Worten nur schwer beschreiben lässt, aber in vielen Momenten spürbar wird, mal in einem vertraulichen Gespräch, mal beim Gang in eines der Theater der Stadt, mal in dem Augenblick, wenn sich der Vorhang hebt. Und mal einfach so: Der Chef fehlt. Und damit Hirn, Herz und Seele des Festivals d’Aix-en-Provence. Pierre...
