Bonjour, tristesse!

Das Festival d’Aix-en-Provence huldigt dem verstorbenen Intendanten Pierre Audi und ist auch sonst voller Liebesschmerz – in Mozarts «Don Giovanni», Gustave Charpentiers «Louise», Cavallis «La Calisto» und in der Britten-Adaption «The Story of Billy Budd, Sailor»

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Etwas ist anders als sonst. Etwas, das sich mit Worten nur schwer beschreiben lässt, aber in vielen Momenten spürbar wird, mal in einem vertraulichen Gespräch, mal beim Gang in eines der Theater der Stadt, mal in dem Augenblick, wenn sich der Vorhang hebt. Und mal einfach so: Der Chef fehlt. Und damit Hirn, Herz und Seele des Festivals d’Aix-en-Provence. Pierre Audi, der Anfang Mai, er war gerade in Peking, völlig überraschend verstarb, und dem die 77.

Ausgabe dediziert ist, besaß jenes unvergleichliche Charisma, das vielen Intendanten an bundesdeutschen Opernhäusern fehlt, so sehr sie sich auch mühen. Ihm haftete die Aura des unantastbaren, zugleich berührten wie berührenden Künstlers an, jene selten anzutreffende Mischung aus Erhabenheit und Empathie, Intellekt und Neugier, Zugewandtheit und kosmopolitaner Coolness. Wichtiger aber noch: Der Weltbürger Audi setzte – erst in seinen 30 Amsterdamer Jahren und dann seit 2018 in der Provence – programmatische Zeichen. Immer wieder lockte er Künstlerinnen und Künstler nach Aix, die über eine besondere, eigenwillige Handschrift gebieten (was nicht bedeutete, dass solche Experimente ausnahmslos gut gingen, aber bekanntermaßen ist die ...

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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten

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