Glückliche Tage

Die Tiroler Festspiele Erl punkten mit drei Produktionen: Deborah Wagner verknüpft kongenial Berlioz’ «Cléopâtre» und Puccinis «Suor Angelica», Josef E. Köpplinger lässt Wagners «Fliegenden Holländer» durch eine Bilderwelt rauschen, und für die Neugierigen gibt es dazu noch Philip Venables’ «We Are The Lucky Ones»

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Manchmal wird er sogar zum Polizisten. Als vor dem Parkhaus ein kleines Chaos entsteht, ein verwirrter Besucher sein Auto die Einbahnstraße in verkehrter Richtung den Berg hinauf steuert, da greift Fußgänger Jonas Kaufmann ein: Falsch, geht nicht, bitte umdrehen! Der Mann am Steuer ist sichtlich verdutzt – den Star hat er nicht erwartet.

Dräut da ein mögliches drittes Karrierestandbein als Ordnungshüter? Vorerst bleibt es bei Nummer eins (obwohl er in Erl diesen Sommer keinen Ton gesungen hat) und Nummer zwei – als Intendant ist der Tenor bei seinen Tiroler Festspielen fast ständig präsent.

Es ist Kaufmanns zweiter Festival-Sommer. Und langsam schält sich heraus: Was oberflächlich als Kraut-und-Rüben-Programm erscheint, als Schweinsbraten mit Vanillesoße, ist glatte Absicht, wenn auch eher finanzpolitisch gedacht. Konzertante Oper in Star-Besetzung (dieses Mal eine «Carmen» mit Aigul Akhmetshina in der Titelpartie), die schräg-zünftigen Abende der Brass-Band Franui, vor allem aber Wagner im Passionsspielhaus finanzieren Ambitioniertes mit, will sagen: Lockstoffe, um das Publikum auf ungewohnte Wege zu bugsieren. Und manchmal hilft, wie beim Doppelabend zu Beginn der diesjährigen ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Markus Thiel

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