Glaubwürdigkeit ist alles
Frau Gallardo-Domas, Sie haben Ihr Debüt 1990 als Butterfly in Santiago de Chile gegeben. Butterfly gilt als «Killerpartie»: das Gegenteil einer klassischen Anfängerinnenrolle. Haben Sie einmal gedacht, dass Sie Ihre Karriere vielleicht nicht unbedingt mit einem so schweren Kaliber hätten beginnen sollen?
Damals habe ich nicht wirklich gedacht. Es ist einfach so passiert. Ich habe am Teatro Municipal vorgesungen und bekam umgehend einen Anruf, ob ich in «Butterfly» würde mitwirken wollen. Ich dachte, die wollten mich als Kate Pinkerton – und habe zugesagt.
Als ich dann verstand, dass ich die Titelpartie singen sollte, war es zu spät, um abzusagen. Ich habe die Partie nach meinem Debüt einige Jahre nicht angerührt und sie erst wieder unter Antonio Pappano an Covent Garden gesungen. Natürlich ist es eine Rolle, die einen umbringen kann. Allein schon wegen der Emotionen. Es ist sehr schwierig, zwischen dem Drama und dem rein vokalen Teil zu trennen. Ich kenne viele Kolleginnen, die deshalb Angst vor der Partie haben. Sie versuchen, eine Distanz zu der Figur zu wahren, um sich selbst zu schützen. Aber bei Cio-Cio-San ist das eigentlich unmöglich. Genauso bei Suor Angelica. Nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Bühnenbild von Hans Dieter Schaal spielt auf höchst originelle Art mit der Doppelbödigkeit des Stoffs: Die linke Bühnenhälfte zeigt mehrfache Verglasung und ein blendend weißes Stiegenhaus. Das Innere eines modernen Gebäudes, einer psychiatrischen Klinik vielleicht. Rechts hat Paul, die Hauptfigur, in seiner fetischistischen Trauer um seine verstorbene Frau...
Herr Braunfels, Sie zählen nicht nur als Schöpfer einiger Großbauten wie der Pinakothek der Moderne in München sowie des Paul-Löbe-Hauses und des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin zu den meistbeschäftigten Architekten Deutschlands. Nun haben Sie für eine neue «Lohengrin»-Produktion des Festspielhauses Baden-Baden das Bühnenbild entworfen. Was reizt Sie an...
Über die Station South Kensington auf der Piccadilly Line, ein paar Halts von Covent Garden entfernt, erreicht man das Victoria&Albert-Museum. Ein Besuch der dort gegenwärtig präsentierten Ausstellung «Modernism – Designing a New World» lohnt sich. Auch im Zusammenhang mit der neuen «Götterdämmerung» an Covent Garden – nicht nur, weil man in Siegfrieds Rheinfahrt...
