Astralnebel
Über die Station South Kensington auf der Piccadilly Line, ein paar Halts von Covent Garden entfernt, erreicht man das Victoria&Albert-Museum. Ein Besuch der dort gegenwärtig präsentierten Ausstellung «Modernism – Designing a New World» lohnt sich. Auch im Zusammenhang mit der neuen «Götterdämmerung» an Covent Garden – nicht nur, weil man in Siegfrieds Rheinfahrt als architektonischer Computeranimation wie auch postmodernen Behausung der Geschwister Gibich noch Spuren des ursprünglich als Bühnenbildner vorgesehenen Architekten Daniel Libeskind zu erkennen vermeint.
Denn die Ausstellung dokumentiert die Bemühungen von Künstlern, Gesellschaften zu verwandeln, menschliche Lebensbedingungen zu verbessern. Wobei immerhin ein Teil der Visionen, wenn auch kommerziell und politisch oft vergewaltigt, sich ins Heute hinüber zu retten vermochte. Und die Utopien, die Wagner mit dem «Ring» avisierte? Von der in Musik gesetzten Hoffnung des Komponisten auf eine liebevollere Welt ist ja nichts geblieben.
Schon er selbst ließ – nach Versuchen eines Feuerbach’schen sowie eines Schopenhauer’schen Schlusses – das Ende merkwürdig offen: Wallhall und die Götter verbrennen, beobachtet von «Männern und ...
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Das Bühnenbild von Hans Dieter Schaal spielt auf höchst originelle Art mit der Doppelbödigkeit des Stoffs: Die linke Bühnenhälfte zeigt mehrfache Verglasung und ein blendend weißes Stiegenhaus. Das Innere eines modernen Gebäudes, einer psychiatrischen Klinik vielleicht. Rechts hat Paul, die Hauptfigur, in seiner fetischistischen Trauer um seine verstorbene Frau...
Frech ist der Mann ja: Während seine Regisseurskollegen an den Opernhäusern der Welt unter dem schier unerfüllbaren Anspruch ächzen, eine gegenwartstaugliche Perspektive für Wagners «Ring»-Tetralogie zu finden, wirft der sechsunddreißigjährige Stefan Herheim kurzerhand das Werk, seinen Schöpfer und die gesamte Rezeptionsgeschichte von Nietzsche über Hitler bis zu...
Dieses Buch kann ich nicht genug rühmen; es enthält die holdseligsten Blüthen des deutschen Geistes und wer das deutsche Volk von seiner liebenswürdigen Seite kennen lernen will, der lese diese Volkslieder. […] Auf dem Titelblatte jenes Buches ist ein Knabe, der das Horn bläst; und wenn ein Deutscher in der Fremde dieses Bild lange betrachtet, glaubt er die...
