Glamour à la Hollywood

Tschaikowsky: Pique Dame
Düsseldorf | Deutsche Oper am Rhein

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Eine bunte, mondäne Badegesellschaft bespaßt sich an einem Swimmingpool, während etwas abseits mit zerquältem Gesichtsausdruck eine Männergestalt herumstapft, die in ihrem braunen Cordsamtanzug nicht im Geringsten zu dem kapriziösen Freibadambiente passen will, offensichtlich aber gern bei der Party dabei wäre. In tosender Verzweiflung glaubt sich dieser Außenseiter mit den richtigen Karten beim Glücksspiel in die Hautevolée einkaufen zu können und so an seine ferne Geliebte aus jenen Kreisen heranzukommen.

Der Hermann in der Neuinzenierung von Peter Tschaikowskys «Pique Dame» an der Düsseldorfer Oper am Rhein ist ein zerwühlter Künstlertyp vom Schlage eines E.T.A. Hoffmann. Beeindruckt und doch angewidert von der ihn umgebenden feinen Gesellschaft, auf der Suche nach wahren Gefühlen säuft und spielt er sich ins Delirium.

Regisseurin Lydia Steier beschwört mit einem grellen Mummenschanz – Dienstmädchen in Bunnykostümen, Gesellschaftshaie in Galagewandung und Kinder in Cowboytracht nach Westernmanier – das gute alte Hollywood. Das passt (wenngleich es manchmal ein bisschen albern wirkt), steht doch das amerikanische Glitzerfilmland der Dekadenz im Milieu der reichen Oberschicht ...

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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Josef Oehrlein

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