Editorial Juli 2019

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Der Befund ist nicht neu: An den 24 Musikhochschulen Deutschlands werden zu viele Sänger ausgebildet. Mit 80 staatlich und/oder städtisch geförderten Opernhäusern, die Jahr für Jahr rund 6000 Repertoirevorstellungen anbieten, gilt die Bundesrepublik zwar nach wie vor als El Dorado auf dem globalen Stimmenmarkt, doch die Chance, sich nach jahrelanger Ausbildung tatsächlich in einem Ensemble entwickeln zu können, erhalten nur wenige.

Warum das so ist, veranschaulichen aktuelle Daten des Deutschen Musikinformationszentrums mit Sitz in Bonn: Während für die insgesamt 48 Studiengänge Gesang immer mehr Bewerber angenommen werden – 2000 waren es 995, 2016 bereits 1624 –, ist die Zahl der festen Stellen für junge Solisten im gleichen Zeitraum um 18 Prozent gesunken. Der Anteil freiberuflicher Opernsänger hingegen hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt, ihr durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen lag 2018 laut Künstlersozialkasse bei nicht einmal 10 000 Euro. Mit anderen Worten: Das Gros der Absolventen steuert nach dem Studium womöglich auf ein Leben in prekären Verhältnissen zu.

Hinweise auf diese bittere Realität, auf die vielfältigen Risiken und Opfer, die (mehr oder ...

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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann

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