Ausgefranst

Reimann: L’Invisible
Braunschweig | Staatstheater

Opernwelt - Logo

«Werktreue» haben Susanne Herrnhausen und Gerhard Brunner ihre Zürcher Agentur getauft, die erste und bislang einzige, die sich auf Vermittlung von Opernregisseuren spezialisiert. Ein altmodischer Name, der schon einiges aushalten musste! Er fällt uns unweigerlich wieder ein, oder vielmehr, auf die Füße, jedes Mal, wenn wir ein Opernhaus betreten, in dem einer der Herrnhausen-Brunner-Künstler gerade inszeniert, sei es Calixto Bieito oder Andriy Zholdak. Diesmal ist es Tatjana Gürbaca, die ein Stück über das Sterben in Szene gesetzt hat, mit Musik von Aribert Reimann.

«L’Invisible» ist Reimanns jüngste Oper, ein Triptychon nach Maurice Maeterlinck. In lakonisch klarer Klangsprache erzählt sie von drei der vielen menschlichen Unmöglichkeiten, sich abzufinden mit dem Tod: trostlos karg zu Anfang, märchenhaft wissend und grell-bitter am Ende. Die Berliner Uraufführung im Herbst 2017 wurde zu einem Triumph, es gibt bereits eine CD-Aufzeichnung. Das Staatstheater Braunschweig wagte nun die erste Neuproduktion.

Gürbaca beginnt mit dem Inszenieren im Parkettfoyer, sie hat dazu den Videokünstler Yang Zhenzhong eingeladen. Menschen aus aller Welt, allen Altersklassen bevölkern die Wand, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Eleonore Büning

Weitere Beiträge
Apropos... Stilles Wirken

Herr Farnes, es ist ja recht still um Sie. Ihr Agent meinte, Sie gäben nicht gern Interviews.
Ach, wenn jemand mit mir sprechen möchte, helfe ich gern aus. Aber es stimmt, Selbstvermarktung ist mir unangenehm. Vielleicht bin ich auch einfach nicht ehrgeizig genug.

Wenn Ihnen Ruhm so wenig bedeutet: Wonach suchen Sie stattdessen?
Nach Zufriedenheit.

Wovon hängt...

Heine war entzückt

Unter dem Datum 1. Mai 1844 berichtet Heinrich Heine in seinem Paris-Buch «Lutetia» von einer schönen Begebenheit: «Einen ungeheuren Beifall findet Scribes neue Oper ‹Die Sirene›, wozu Auber die Musik geschrieben.» Damals ein Repertoire-Renner, ist das Stück heute nicht einmal mehr dem Titel nach bekannt. Völlig zu Unrecht, wie man jetzt dank der Initiative des...

Chapeau, Madame Ardant!

Welche Regisseurin, welcher Regisseur wünschte sich das nicht: Carte blanche bei der Stückauswahl. Fanny Ardant, eine der letzten großen Film- und Theaterdiven Frankreichs, kam in diesen Genuss: Die Griechische Nationaloper mit Sitz im Kulturzentrum Stavros Niarchos fragte bei der Schauspielerin an, ob sie Interesse hätte, in Athens modern-mondänem Musentempel ein...