Giulio Cesare in Egitto

Das monatliche Opern-Sonett

Opernwelt - Logo

Der Händel Schorsch, der schrieb ein Stück voll Wirren.
Abstrakt gesagt geht’s hier um einen Thron,
Um Liebe auch, um Kopf und Herz von Irren,
Um Hass und Macht und Tod, Pompeos Sohn.

King Cäsar reist zum Orient und trifft dort
Ne alte Heiße – und merkt bald: «Ich bin
Verliebt in sie, Cleopatra, mein Kraftort,
Du Eselsmilchbad-Influencerin!»

Die Cleo will sehr gern allein regieren,
Doch ist da noch ihr Bruder Tolomeo.
Das Stück: Es geht sehr lang, der Stunde vieren,
Man braucht Geduld, hat Durst und kein Deo.

Ich frag’ mich schon (derweil beginnt’s zu stinken):
«Ägypten es am Nil echt nichts zu trinken?»


Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Fight Club

Als US-Präsident Richard Nixon 1972 nach China reiste und eine lange Eiszeit zwischen beiden Staaten mindestens kräftig erwärmte, besuchten er und seine Gattin Pat unter anderem eine Vorführung in einer Turnhalle. Das kommunistische Land und sein «Überragender Führer» Mao Tse-tung wollten die amerikanischen Gäste auch mit einer Leistungsschau in Sachen Gymnastik, Badminton und Tischtennis...

Deutschstunde

Nach einem launigen Versicherungsvertreter klingt der Name – oder nach Sparkasse, ein bisschen auch nach Max Mustermann. Doch Hermann Ludwig Müller ist ein garstiger Zeitgenosse. Mischt sich ständig ein in die Handlung, bedrängt die Figuren, zitiert Deutsches aus allen Literaturgewichtsklassen, zündelt, ist zynisch. Einmal schreit Müller in der virtuosen Verkörperung des Schauspielers...

Meister und Margarita

Unter ihrem neuen Künstlerischen Leiter Yuval Sharon hat die Detroit Opera nicht nur ihre künstlerischen Ambitionen hochgeschraubt, sondern auch den Horizont in Sachen Inklusivität erweitert: Die Inszenierung von Osvaldo Golijovs «Ainadamar» («Der Brunnen der Tränen») war die erste spanischsprachige Produktion des Hauses – und das vor einem auffällig diversen Publikum. Der Oper des...