Meister und Margarita

Golijov: Ainadamar am Detroit Opera House

Opernwelt - Logo

Unter ihrem neuen Künstlerischen Leiter Yuval Sharon hat die Detroit Opera nicht nur ihre künstlerischen Ambitionen hochgeschraubt, sondern auch den Horizont in Sachen Inklusivität erweitert: Die Inszenierung von Osvaldo Golijovs «Ainadamar» («Der Brunnen der Tränen») war die erste spanischsprachige Produktion des Hauses – und das vor einem auffällig diversen Publikum.

Der Oper des argentinischen Komponisten, die, grosso modo eher von schlichter Machart, mit elektronischen Klängen und Allusionen an spanische Popularmusik angereichert ist, liegt ein Libretto von David Henry Hwang zugrunde – eine Art Meditation über die Kunst in Krisenzeiten.

Die Geschichte, von Golijov zur ritualhaftmusikalischen Passion verdichtet, spielt im Uruguay des Jahres 1969: Die Schauspielerin Margarita Xirgu, legendäre Muse von Federico García Lorca (der 1936 von Francos Soldaten ermordet wurde, während sie nach Südamerika fliehen konnte), bereitet sich wieder einmal auf die Rolle von Lorcas ikonisch-revolutionärer (und stücktitelgebender) Heroine Mariana Pineda vor. Während sie ihre künstlerischen wie politischen Erfahrungen an die Studentin Nuria weitergibt, erinnert sie sich an die Begegnungen mit dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Panorama, Seite 56
von David Shengold

Weitere Beiträge
Ein Sportstück

Die Herzen lassen sich nicht betrügen, aber Augentäuschungen zeigen sich allerorten. Von der Weihnachtsmärchen- geht es zur Barocktheaterillusion, vom Zimmer eines Riesen mit gigantischer Milchtüte der Hausmarke «si!» zum Schwetzinger Schlossgarten mit dem attraktiven Bild «Das Ende der Welt» am Ende eines Laubengangs. Selbst die tristen Pfeiler einer...

Gottes Werk und Teufels Beitrag

So könnte es gewesen sein, damals, als Niccolò Paganini, der Teufelsgeiger, seine Konzerte gab, so zeigt ihn manche Karikatur. Aus dem tiefen Dunkel der Bühne im Theater Basel schält sich eine Gestalt, besessen nur von einem: vom leidenschaftlichen Spiel auf der Violine. Die wilden Haare fliegen umher, der lange Künstlermantel ebenfalls: Ekstase auf vier Saiten.

Do...

Gespenstersonate

Der Nebel kriecht aus den Poren der Zuschauertribüne über die weitgestreckte Bodenfläche der Alten Schildkrötfabrik, der Ausweichspielstätte des Nationaltheaters Mannheim. In diesen wabernden Schwaden ist alles unheimlich. Regisseurin Rahel Thiel nutzt das meteorologische Element als Hauptrolle, um Peter Maxwell Davies’ Kammeroper «The Lighthouse» über das...