Gewalt und Groteske
Die «Deutsche Seele» ist zurück! – als Revival, als Reflexion in Buch und Bild, als Sehnsucht nach Wald und Flur, Nestwärme und Dämonie.
Was hat der Franzose Dominique Horwitz damit zu schaffen, der schon den Teufel im Hamburger Freischütz-Musical «The Black Rider» gespielt hat? Was kümmern den Spanier Calixto Bieito die Obsessionen in der ersten deutschen Nationaloper, die er jetzt zum ersten Mal inszeniert hat? In Erfurt und in Berlin ist zu sehen, wie jeder von ihnen dem «Freischütz» das Seine entnimmt– besonders in der Wolfsschlucht, dem Ort schwarzer Magie und der Finsternis dunkler Mächte.
Dominique Horwitz, Schauspieler, Sänger und Opernquereinsteiger, Jahrgang 1954, versichert im Vorabinterview zu seiner ersten Opernregie, «kein Dekonstrukteur» zu sein. Aber am Theater Erfurt ist der «Freischütz» mit Blick auf Partitur und Aufführungstradition kaum wiederzuerkennen. Hatte nicht schon Richard Wagner die «Unlogik» des Librettos von Friedrich Kind bespöttelt? Für Horwitz bedeutet das: Er ändert die von ihm beklagte «antiquierte Erzählform» des Stücks, strafft und baut den Handlungsverlauf neu, greift ein in die Folge der Arien, Chöre und Dialoge. So schneit die Ouvertüre ...
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Herr Brück, Sie wirken vom Typus her robust. Sind Sie es?
Ich kann eine Menge einstecken, das ist richtig. Man muss es können. In dem Moment, wo man sich öffentlich präsentiert, wird man auch öffentlich angreifbar.
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