Nostalgie, nein danke!
Herr Kosky, Sie werden an der Komischen Oper künftig viel Operette präsentieren. Das klingt nach Nostalgie mit hippem Anstrich...
Ich werde weder nostalgische Gefühle bedienen noch den Geist des guten, alten Metropol-Theaters in neuen Outfits beschwören. Ich will vielmehr an eine vertriebene, weitgehend verdrängte und fast vergessene Tradition erinnern, die zur Geschichte Berlins und auch zur Geschichte des Hauses in der Behrenstraße gehört.
Da schwirren ja viel mehr Theatergeister herum, als die meisten ahnen – eben nicht nur Walter Felsenstein, sondern auch eine Fritzi Massary, ein Richard Tauber oder ein Oszkár Dénes...
... Stars der Berliner Operetten- und Revuekultur in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren. Also doch ein bisschen Nostalgie?
Nein. Der verklärende Blick zurück ist nicht mein Ding. Aber ich habe den Eindruck, dass in dieser Zeit die von der sogenannten leichten Muse geküssten Künstler so produktiv und vital waren wie ein Strauss, Schönberg oder Hindemith. Viele Operetten, die damals geschrieben und mit riesigem Erfolg aufgeführt wurden, sind für mich Meisterwerke. Weil in ihnen alles steckt, was großes Musiktheater braucht: Witz und Ernst, Humor und Tiefe, ...
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Herr Brück, Sie wirken vom Typus her robust. Sind Sie es?
Ich kann eine Menge einstecken, das ist richtig. Man muss es können. In dem Moment, wo man sich öffentlich präsentiert, wird man auch öffentlich angreifbar.
Als dünnhäutig würden Sie sich nicht bezeichnen. Aber als normal?
Schon, aber mit einer gesunden Portion Schamlosigkeit. Ich denke, das ist sogar ein...
Nichts liegt näher in Verdis «Un ballo in maschera» als die Assoziation mit dem Totentanzmotiv – das Leben, ein bewusstloser Tanz in den Abgrund. Statt des Mondänen das Makabre: Diese Akzentuierung war selten so überdeutlich zu erleben wie in Tatjana Gürbacas detailreicher, fast choreografisch präziser, freilich auch überladener Neuinszenierung am Staatstheater...
