Geschnippelt und geklebt

Strauss: Die Frau ohne Schatten BONN | THEATER

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Satte 81 Jahre alt ist Peter Konwitschny, und noch immer bereitet es ihm Bauchschmerzen, dass ein Großteil der Opern im Repertoire auf frauenfeindliche Texte komponiert wurde, für die man «sich schämen sollte», wie es der  Regisseur im Instagram-Interview der Bonner Oper zu Protokoll gibt. Weil er aber als Sohn eines großen Dirigenten die Musik leidenschaftlich liebt, sieht er es als seine Aufgabe an, die Partituren gegen Libretti zu verteidigen, die nur selten seinem eigenen, sagen wir: post-sozialistischen Gesellschaftsbild entsprechen.

Aus dieser Spannung hat Konwitschny viele grandiose Theaterabende geformt, in denen er aus alten Stoffen verblüffende Lehren für die Gegenwart gezogen hat. Manchmal aber wächst ihm der Kraftakt der Anverwandlung einfach chaotisch über den Kopf – wie im Fall der «Frau ohne Schatten», der gründerzeitlich aufgepumpten Märchenoper von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss, die Konwitschny nach der japanischen Premiere im vergangenen Jahr jetzt am Bonner Opernhaus vorstellte. Als «Versuch einer Annäherung» wird die Produktion etwas kleinlaut an -gekündigt – treffender wäre wohl «dekonstruierte Neufassung». Und die trifft diesmal auch die Partitur ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Michael Struck-Schloen

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