Geschichten aus dem Volk
Ignacy Ian Paderewski (1860-1941) ist als herausragender Klavier-Virtuose in die Musikgeschichte eingegangen, einige Aufnahmen haben sein Können und seine Eigenart für die Nachwelt festgehalten. Für die Polen aber war er viel mehr als ein Pianist: ein nationaler Heros, einige Jahre sogar Ministerpräsident seines Heimatlandes. Und auch das Komponieren betrieb er nicht nur zum Zeitvertreib.
Seine einzige Oper «Manru» auf ein deutsches Libretto von Alfred Nossek kam 1901 an der Dresdner Semperoper unter Ernst von Schuchs Leitung heraus.
Ein Jahr später folgte eine Produktion an der Metropolitan Opera, die einzige einer polnischen Oper in der Geschichte des Hauses.
Schauplatz der Handlung ist die Hohe Tatra. Das Bauernmädchen Ulana liebt den Zigeuner Manru und wird deshalb von ihrer Mutter verstoßen. Das gemeinsame Glück währt nicht lange, denn Manru sehnt sich nach seinem Stamm und nach seiner ersten Liebe Aza zurück. Auch ein von Ulanas Verehrer Urok gemischter Liebestrank tut nur vorübergehende Wirkung. Die Geschichte endet böse: Ulana geht ins Wasser, und Manru wird von Urok in eine Schlucht gestürzt.
Es mag nicht mehr als ein Zufall sein, dass wenige Jahre zuvor (1893) Paderewskis ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Ekkehard Pluta
Wer vieles bringt», sagt der Theaterdirektor in Goethes «Faust»-Vorspiel, «wird manchem etwas bringen; und jeder geht zufrieden aus dem Haus. Gebt ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken. Solch ein Ragout, es muss euch glücken.» Das Stück heißt «Die Stimme», und es verspricht viel, zielt im Grunde auf alles, was die vox humana betrifft: «Grundlagen –...
Frau Herlitzius, Ihr Operndebüt absolvierten Sie mit 30 Jahren relativ spät. Brauchen große Stimmen länger?
Ja, natürlich. Das Wissen darum scheint allerdings etwas verloren gegangen zu sein ... Es ist ja ein gewaltiger Unterschied, ob Sie eine Vespa fahren oder einen Schwerlaster. Und das Ziel ist, den Schwerlaster genauso flexibel zu lenken wie die Vespa. Es geht...
In Interviews aus jüngster Zeit ließ Philippe Jaroussky durchblicken, sein neues Album sei das letzte, das Werke des Kastratenrepertoires in den Mittelpunkt stellt. Für seinen Abgesang hat er freilich noch einmal ein schlüssig konzipiertes Programm zusammengestellt und zwei große Musiker des 18. Jahrhunderts zusammengeführt: Nicola Porpora und Farinelli – Lehrer...
